Um humanitäre Krise zu verhindern: Israel erwägt 'eingeschränkte Kontakte' mit Hamas

Erste reguläre Sitzung der Palästinenser-Regierung Israel verhaftet palästinensischen Jerusalem-Minister

Israel erwägt laut Medienberichten "eingeschränkte" Kontakte mit der palästinensischen Hamas-Regierung. Die israelische Tageszeitung "Haaretz" meldete am Donnerstag, solche Kontakte sollten eine humanitäre Krise im Westjordanland und Gazastreifen verhindern. Israelische Polizisten haben unterdessen den Jerusalem-Minister der neuen palästinensischen Hamas-Regierung verhaftet.

Für die "Haaretz"-Berichte gab es zunächst keine offizielle Bestätigung, die Regierung lehnte bisher jeden Kontakt zur Hamas ab, die sich weigert, Israels Existenzrecht anzuerkennen. Die israelische Regierung hatte nach dem Hamas-Wahlsieg die durch die Oslo-Verträge geregelten Transfers von Steuer- und Zolleinnahmen an die Palästinenser gestoppt.

Die neue palästinensische Regierung war am Mittwoch unter dem Vorsitz von Premier Haniyeh zu ihrer ersten regulären Sitzung zusammengetreten. Das Hamas-Kabinett war vor acht Tagen von Präsident Mahmoud Abbas vereidigt worden. Die radikale islamische Bewegung hatte die Parlamentswahlen im Gazastreifen und Westjordanland am 25. Jänner mit absoluter Mehrheit gewonnen.

Israelische Polizisten verhafteten am Donnerstag einen Minister der neuen palästinensischen Hamas-Regierung. Wie Hamas-Sprecher in Ramallah mitteilten, wurde der neue palästinensische Minister für die Angelegenheiten Jerusalems, Khaled Abu Arafeh, zusammen mit seinem Leibwächter auf dem Weg in den Ostjerusalemer Vorort Al-Asaria im Westjordanland festgenommen, wo er ein Büro eröffnen wollte. Paramilitärische Polizisten hätten ihn dort offenbar schon erwartet. Die israelische Polizei äußerte sich dazu zunächst nicht.

In der Vergangenheit hatte die israelische Polizei den Großmufti von Jerusalem, Scheich Akrama Sabri, wiederholt vorübergehend festgenommen. Sabri war 1994 ernannt worden, nachdem Jordanien die religiöse Verwaltung (Waqf) an die Palästinenser abgetreten hatte. Für den Islam ist der Jerusalemer Tempelberg mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee das dritte Hauptheiligtum nach Mekka und Medina. (apa/red)