Um Atom-Blockade zu überwinden: Laut Diplomaten bald direkte Gespräche mit Iran

Diplomaten bezweifeln US-Teilnahme an Treffen

Im Atomstreit mit dem Iran wird ein hochrangiges direktes Treffen mit Vertretern des Islamischen Gottesstaates erwogen. Dies werde als Chance gesehen, die gegenwärtige Blockade bei den Gesprächen zu überwinden, hieß es in europäischen und US-Diplomatenkreisen. Ein europäischer Diplomat sagte, auch eine Teilnahme Deutschlands an einem solchen Treffen wäre denkbar. Die USA würden sich dagegen wohl nicht direkt beteiligen. "Der Druck nimmt zu, das bald stattfinden zu lassen", erklärte ein Diplomat.

Andere Vertreter betonten jedoch, dass noch unklar sei, ob es überhaupt zu einem Treffen kommen werde. Insbesondere US-Diplomaten zeigten sich zurückhaltend. Solche Gespräche seien überhaupt nicht sicher, sagte ein US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Das ist alles Theater", sagte ein anderer. Die Iraner müssten zuerst konkrete Schritte unternehmen. Zuvor hatte US-Präsident George W. Bush die Sorge geäußert, der Iran verfolge eine Hinhalte-Taktik.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte gemeinsam mit Deutschland dem Iran ein Ultimatum gestellt, bis Ende August die Uran-Anreicherung auszusetzen. Der Iran ließ die Frist jedoch verstreichen. Während sich die USA für Sanktionen einsetzen, zeigen sich die anderen Länder zurückhaltender. Zahlreiche Staaten befürchten, dass der Iran heimlich an einer Atombombe arbeitet. Der Iran hat dies zurückgewiesen.
(apa/red)