Ukrainer ist "ins Messer hineingefallen": Mordprozess gegen 27-jährigen Georgier

Streit zwischen alkoholisierten Asylwerbern eskalierte

Ein 27-jähriger Georgier musste sich in einem Geschworenenprozess im Landesgericht Linz am Mittwoch wegen Mordes verantworten. Er plädierte auf nicht schuldig. Das Opfer, ein 35-jähriger Ukrainer, sei ihm "ins Messer hineingefallen".

Der Vorfall, mit dem sich das Gericht beschäftigte, geschah in der Nacht zum 12. Februar in einer Unterkunft für Asylwerber in Steyregg. Zuvor waren dort mehrere Flaschen harter Getränke konsumiert worden. Der Georgier erklärte vor Gericht, er sei das gewohnt, nach einer Flasche Wodka sei er höchstens "leicht betrunken". Er habe geschlafen, als ihm der Ukrainer einen Klaps auf den Hinterkopf gegeben habe. Reflexartig habe er zu einem Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge gegriffen. Dann sei ihm der 35-Jährige "ins Messer hineingefallen".

Der Mann erlitt eine zwölf Zentimeter tiefe Schnitt-Stich-Wunde im Achselbereich. Dabei wurden Gefäße und Nerven durchtrennt. Der mutmaßliche Täter holte Hilfe. Der Notarzt konnte allerdings nur noch den Tod des Ukrainers feststellen. Er war verblutet.

Der Verteidiger des Angeklagten untermauerte die Unfallversion damit, dass Wut allein noch kein Mordmotiv sei. Außerdem habe sein Mandant nach dem Stich Hilfe geleistet. Der Georgier hat sein Land aus politischen Gründen verlassen. Zuerst stellte er in Tschechien einen Asylantrag, später in Österreich. Hier hält er sich seit Mai 2004 auf. Er ist wegen Eigentumsdelikten drei Mal vorbestraft. Das Urteil war noch für Mittwoch geplant.
(apa)