Ukraine-Wahlen von

Timoschenko soll nicht kandidieren

Poroschenko für ihren Rückzug: Land kann "schmutzigen Wahlkampf nicht gebrauchen"

Julia Timoschenko © Bild: APA/EPA/SERGEY DOLZHENKO

Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Petro Poroschenko hat die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko zum Verzicht auf ihre Kandidatur aufgefordert. Das Land könne "jetzt keinen schmutzigen Wahlkampf gebrauchen, der am Ende möglicherweise von Russland ausgenutzt wird und eine neue Invasion provoziert", sagte Poroschenko der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch.

"Deshalb sollte auch Julia Timoschenko verstehen, dass wir nach den vielen Toten am Maidan in einem neuen Land aufgewacht sind, das neue Mentalitäten und neue Politiker verdient hat", fügte er hinzu. Weiter sagte der Süßwarenunternehmer, der nach Angaben des US-Magazins "Forbes" über ein Vermögen von umgerechnet rund einer Milliarde Euro verfügt, der Zeitung, er sei "kein Oligarch". "Für mich bedeutet Oligarchie, dass bewusst Druck aufgebaut wird, das politische System für Geschäfte genutzt wird", führte er aus. Er aber habe "immer das Gegenteil gemacht". Sollte er Präsident werden, werde er seinen Konzern Roschen verkaufen. "Als Präsident der Ukraine will und werde ich mich allein um das Wohl des Landes kümmern", sagte Poroschenko.

Warnung vor Militäreinsatz

Die russische Regierung warnte der Präsidentschaftskandidat mit scharfen Worten vor einem Militäreinsatz im Osten der Ukraine. "Wenn Russland die Ostukraine angreift, dann werden wir uns mit allen militärischen Mitteln verteidigen, die uns zur Verfügung stehen", sagte er. Es gebe "eine große Bereitschaft, unser Land zu verteidigen". Poroschenko betonte, die Ukraine werde die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim durch Russland niemals anerkennen. "Wir werden mit aller Macht für unsere Recht kämpfen, vor die Gerichte ziehen, noch schärfere Sanktionen fordern", sagte er.

Von der deutschen Bundesregierung forderte Poroschenko wegen der Krimkrise einen Boykott von russischem Gas. "Es gibt die Möglichkeit von weiteren Sanktionen", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Ich hielte es zum Beispiel für richtig, wenn Deutschland russisches Gas so lange boykottieren würde, bis Russland die Invasion auf der Krim beendet", ergänzte Poroschenko. Zur Frage, ob die Ukraine einen raschen Beitritt zur NATO anstrebe, sagte er: "Nein, und das liegt nicht an uns, sondern an der NATO, wir haben das Gefühl, dass die Mitglieder der NATO dafür zu gespalten sind."

Poroschenko derzeitiger Favorit

Poroschenko gilt derzeit als Favoit für die ukrainische Präsidentschaftswahl am am 25. Mai. Zu seinen Gunsten verzichtete Boxweltmeister Vitali Klitschko auf eine eigene Kandidatur. Bekannte Kandidaten sind außerdem Timoschenko, Oleg Tjagnibok von der rechtsextremen Partei Swoboda (Freiheit) und Dmytro Jarosch vom radikalen paramilitärischen Prawy Sektor (Rechter Sektor). Für die prorussische Partei der Regionen des gestürzten Staatschefs Viktor Janukowitsch kandidiert der ehemalige Gouverneur der Region Charkiw, Michajlo Dobkin.

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