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Kiew: Opposition stürmt Justizpalast

Klitschko ruft zur Räumung auf - Proteste greifen auf weitere Städte über

Die ukrainische Opposition hat bei ihren Massenprotesten in Kiew auch das im Stadtzentrum gelegene Justizministerium erstürmt. Das teilte der Anführer der Bewegung Spilna sprawa (Gemeinsame Sache), Alexander Daniljuk, am Sonntagabend nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Wie ein AFP-Reporter berichtete, warfen mehrere dutzend Demonstranten die Fenster des Gebäudes im Zentrum der Hauptstadt ein und übernahmen die Kontrolle über das Ministerium. Sie seien bei ihrer Aktion auf keinen Widerstand gestoßen, es seien keine Sicherheitskräfte zu sehen gewesen. Unmittelbar nach der Besetzung des Ministeriums begannen die Demonstranten mit der Errichtung von Barrikaden.

Rücktritt und Neuwahlen gefordert

Die Demonstranten in Kiew fordern den Rücktritt von Präsident Viktor Janukowitsch und vorgezogene Neuwahlen. Die Proteste hatten im vergangenen Jahr friedlich begonnen. In den vergangenen Tagen gab es aber immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und Sicherheitskräften, mehrere Menschen wurden getötet. Am Samstagabend hatten Demonstranten das Kongresszentrum unweit des Kiewer Unabhängigkeitsplatzes (Maidan) unter ihre Kontrolle gebracht.

Proteste auch in anderen Städten

Die Proteste gegen Janukowitsch erfassen zunehmen auch andere Städte außerhalb Kiews. Das ukrainische Fernsehen zeigte am Sonntag in einer Live-Übertragung Bilder aus der Großstadt Saporischja im Osten des Landes, wo mehrere Tausend Menschen versuchten, ein Gebäude der öffentlichen Verwaltung zu stürmen. Die Menge wurde von der Polizei mit Tränengas und Blendgranaten zurückgedrängt. In Dnepropetrowsk, dem Geburtsort der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko, versuchten 3000 Demonstranten, in das Hauptquartier der Regionalregierung zu gelangen. Auch in Odessa und Kharkiw spielten sich lokalen Medien zufolge ähnliche Szenen ab, allerdings mit weniger Teilnehmern.

Wieder Ausschreitungen

In Kiew war es zuvor zu erneuten Ausschreitungen gekommen, nachdem Janukowitsch der Opposition am Samstag überraschend eine Beteiligung an der Regierung angeboten hatte. Oppositionsführer Arseni Jazenjuk lehnte das Angebot zum Regierungseintritt nicht rundweg ab, verlangte aber weiterreichende Zugeständnisse.

Klitscho ruft Demonstranten zur Räumung auf

Der frühere Boxer Vitali Klitschko, dem das Amt des Vizeministerpräsidenten angetragen worden war, äußerte sich deutlich schärfer und sprach von einem vergifteten Angebot. Der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) sagte er: "Ich kann mir nicht vorstellen, Vize-Premier unter diesem Präsidenten zu sein. Das wäre ein Verrat an unseren eigenen Leuten gewesen. Es führt kein Weg an Janukowitschs Rücktritt vorbei."

Zudem rief er die Demonstranten zum Räumen des Gebäudes aufgefordert. "Sie wollen bleiben, aber ich werde versuchen sie vom Gegenteil zu überzeugen", sagte Klitschko am Montag in Kiew. Es gelte, eine politische Lösung des Machtkampfs zu finden und Provokationen zu vermeiden, sagte der frühere Boxweltmeister. Die ukrainische Opposition hält weitere Verwaltungsgebäude in Kiew und in der Provinz besetzt. So sollen derzeit 11 der 27 Gebietsverwaltungen in ihrer Hand sein.

Janukowitsch sieht sich seit Monaten mit Protesten konfrontiert. Ursprünglicher Auslöser war die kurzfristige Ablehnung eines über Jahre hinweg vorbereiteten Partnerschaftsabkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union durch Janukowitsch, der die frühere Sowjetrepublik stattdessen enger an Russland anbinden will.

Kommentare

Faszinierend die Doppelgleisigkeit der EU und USA...In Bahrain sterben 7 Menschen wegen anhaltender Proteste gegen die Regierung. Wem interessierts, keinem! Hier läuft Klitschko der Terrorist Amok. Von wem wird er gesponsert? Den US of A und EU. Keine Angst ich bn kein Fan von Putin. Aber auch gegen Puschversuche von demokratisch gewählten Hoheiten im 21. Jahrhundert!

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