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"Sehr starke" Schritte gegen Moskau

EU-Außenminister haben Russlands "Aggression" gegen die Ukraine verurteilt

Ukraine © Bild: REUTERS/Maks Levin

Die Außenminister Europäischen Union haben Russlands "Aggression" gegen die Ukraine verurteilt und Moskau zum Rückzug seiner Truppen aus der Ukraine aufgefordert. Tausende ausländische Soldaten und Hunderte ausländische Panzer befänden sich mittlerweile in der Ukraine, sagte Präsident Petro Poroschenko in Brüssel kurz vor Beginn eines Treffens mit europäischen Staats- und Regierungschefs am Samstag. Russische Panzer und prorussische Separatisten sind nach ukrainischen Angaben im Osten der Ukraine auf dem Vormarsch.

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In dem Ort Nowoswitliwka hätten russische Panzer "praktisch jedes Haus zerstört", sagte ein Militärsprecher am Samstag. Der ukrainische Sicherheitsrat teilte über Twitter mit, Russland setze die "direkte militärische Aggression gegen die Ost-Ukraine" fort. Die Regierung in Moskau hat Vorwürfe zurückgewiesen, ihre Soldaten seien in der Ukraine im Einsatz.

"Sehr starke" Schritte gegen Moskau

Wenige Stunden vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel, bei dem die 28 Staats- und Regierungschefs auch über den Ukraine-Konflikt beraten, hat EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso Russland davor gewarnt, die Entschlossenheit der EU nicht zu unterschätzen. "Wir sind bereit, sehr starke und klare Schritte gegen Russland zu setzen", so Barroso am Samstag in Brüssel.

Die Türen für eine "politische Lösung" blieben aber weiterhin offen, bekräftigte der Kommissionschef. Dafür sei es "nicht zu spät". Gleichzeitig betonte er, dass die Union keine Konfrontation mit Moskau wolle. Ein neuer Kalter Krieg wäre für ganz Europa schädlich, erklärte Barroso.

EU-Außenminister besorgt

Die Außenminister Europäischen Union haben Russlands "Aggression" gegen die Ukraine verurteilt und Moskau zum Rückzug seiner Truppen aus der Ukraine aufgefordert. "Alle Minister sind zutiefst besorgt über die jüngste Aggression gegen die Ukraine durch reguläre russische Truppen", sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Samstag in Mailand zum Abschluss eines Treffens der Außenminister.

"Wir fordern Russland weiterhin auf, die Feindseligkeiten sowie den Fluss von Waffen, Ausrüstung und Personal in den Konflikt zu stoppen und seine Truppen aus der Ukraine zurückzuziehen." Ashton wollte sich nicht zur Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland äußern: "Es ist Sache der Staats- und Regierungschefs, darüber beim (heutigen) Gipfel in Brüssel zu entscheiden."

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht in den Kämpfen in der Ostukraine eine wachsende Gefahr für ein Atomkraftwerk in der Region. Die Front verläuft etwa 200 Kilometer vom AKW Saporoschje entfernt, dessen aus Sowjetzeiten stammende Reaktoren nur unzureichend gegen Beschuss geschützt seien.

"Es gibt in der Region viele panzerbrechende Waffen, die diese Hülle durchschlagen können", sagte Tobias Münchmeyer, Atomexperte von Greenpeace, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Samstag). Auch ein Angriff auf die Stromversorgung oder das Stromnetz könne durch den Ausfall der Kühlung verheerende Folgen haben, wie das Beispiel Fukushima gezeigt habe.

Die deutsche Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) beobachtet die Entwicklung nach eigenen Angaben sehr genau und stehe in engem Austausch mit den Behörden in der Ukraine. Es gebe aber zurzeit "keine Informationen, die Anlass zu konkreten Beunruhigungen geben", teilte die GRS nach Angaben der Zeitung mit.

Neuerlichen Abschuss von Kampfjet bestätigt

Das ukrainische Militär hat den neuerlichen Abschuss eines Kampfjets im umkämpften Osten des Landes bestätigt. Die Maschine vom Typ Su-25 sei am Vortag von einem "russischen Luftabwehrsystem" getroffen worden, teilte der Generalstab am Samstag mit. Der Pilot konnte sich demnach per Schleudersitz retten.

Angaben zum Ort des Absturzes machte der Generalstab nicht. Er wies jedoch Angaben der im Osten der Ukraine gegen die Armee kämpfenden prorussischen Separatisten zurück, insgesamt seien vier Kampfflugzeuge abgeschossen worden.

Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten nicht länger nur mit Waffen zu unterstützen, sondern in den vergangenen Tagen auch mit eigenen Kampfeinheiten direkt in den Konflikt eingegriffen zu haben. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Ukrainisches Flugzeug abgestürzt

In der Sahara im südlichen Algerien ist einem Medienbericht zufolge ein ukrainisches Zivilflugzeug mit sieben Insassen an Bord abgestürzt. Wie die algerische Nachrichtenagentur APS am Samstag berichtete, stürzte die Maschine in der Nacht unweit des Flughafens der Stadt Tamanrasset im Süden des Landes ab.

Die Antonow 12 sei auf dem Weg in das westafrikanische Äquatorialguinea gewesen, hieß es unter Berufung auf die Behörden des örtlichen Verwaltungsbezirks. Die Maschine habe in der algerischen Oasenstadt unweit der Grenze zu Mali und dem Niger einen technischen Zwischenstopp eingelegt und sei dann wieder gestartet, wurde weiter berichtet. Warum sie abstürzte, war zunächst nicht bekannt.

Kommentare

derpradler

Die Kriegspolitik von US- und EU-Machteliten, deren direkte und indirekte Interventionen am Balkan, in Nordafrika, im Nahen Osten und Osteuropa haben zu horrenden Opfern geführt. Immer mehr Brandherde lodern gleichzeitig auf. Terrorbanden wie ISIS/ISIL sind das unmittelbare Resultat dieser Kriegspolitik. Durch die Unterordnung unter die EU-Außen- und Sicherheitspolitik ist Österreich selbst zum Di

Einfach Pilz hinschicken, er hat in den Korruptionsfaellen ja schon genug Todesopfer verursacht.

doubletrouble

Na dann soll halt Russland die "Seperatisten" unterstuetzen. Die AMis haben es Jahrzente lang gemacht und jedes mal den Preis dafuer bezahlt. Vielleicht weiss Putin was er macht, die Amis waren definitiv zu dumm dazu

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