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Erneut Tote bei Gefechten

Mehr als 50 Verletzte - Poroschenko sprach mit Merkel

Ukraine © Bild: APA/EPA/SERGEY POLEZHAKA

Bei erneuten schweren Kämpfen in der Ostukraine sind den Behörden zufolge mindestens acht Zivilisten getötet worden, darunter ein Kind. Die Bewohner der Stadt Lugansk seien bei massiven Gefechten von Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten in die Schusslinie geraten, teilte die Verwaltung von Lugansk am Dienstag mit. Mehr als 50 weitere Zivilisten seien verletzt worden.

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Das ukrainische Präsidialamt bestätigte, dass die Führung in Kiew direkten Kontakt mit den Aufständischen aufnehmen wolle. Das hätten Staatschef Petro Poroschenko und Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel bei einem Telefonat besprochen. Noch an diesem Dienstag könne es zu einer Videokonferenz der Kontaktgruppe aus Vertretern der Ukraine, von Russland, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der "Volkswehr" kommen, hieß es.

Der Separatistenanführer Andrej Purgin wies Berichte über eine Versorgung der Aufständischen mit russischem Kriegsgerät zurück. Sämtliche Waffen, darunter auch schwere Raketenwerfer, hätten die militanten Gruppen aus Arsenalen der ukrainischen Armee erbeutet, sagte Purgin in Donezk. Die Führung in Kiew und der Westen werfen Russland vor, das Einsickern von Waffen und Kämpfern über die ukrainische Grenze nicht zu verhindern. Moskau weist dies zurück.

OSZE-Grenzkontrolle in Russland beginnt am Mittwoch

Die OSZE wird ihre Grenzschutzmission in Russland nach Angaben Moskaus am Mittwoch beginnen. Die Beobachter sollen sich dann zu den Kontrollposten Donezk und Gukowo begeben, wie das russische Außenministerium am Dienstag mitteilte.

Moskau hatte die OSZE am Montag "als Geste des guten Willens" eingeladen, die Grenze zu überwachen. Die OSZE erwägt nach eigenen Angaben den Einsatz von Aufklärungsdrohnen.

In beiden Grenzorten waren in den vergangenen Wochen von ukrainischem Staatsgebiet aus abgefeuerte Geschoße eingeschlagen. Im russischen Donezk, das den gleichen Namen trägt wie eine Großstadt in der Ostukraine, war am Sonntag ein Mann durch ein Geschoß getötet worden. Moskau machte die Ukraine dafür verantwortlich und drohte mit "irreversiblen Konsequenzen".

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