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Anschläge auf Bürgermeister

Ein Stadtchef mit Schüssen getötet, zweiter Politiker mit Granatwerfer beschossen

Ukraine © Bild: REUTERS/Gleb Garanich

In der Ukraine sind Anschläge auf die Bürgermeister zweier Großstädte verübt worden. Der Bürgermeister der zentralukrainischen Stadt Krementschuk, Oleg Babajew, wurden nach Angaben des Innenministeriums in seinem Auto aus einem anderen Wagen heraus erschossen. Der bisher unbekannte Täter habe drei Schüsse aus einer Waffe mit Schalldämpfer abgegeben, sagte ein Ministeriumsvertreter am Samstag.

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Der 1965 geborene Babajew war seit 2010 Bürgermeister der Stadt. Vorher war er als Parteigänger der damaligen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko Abgeordneter gewesen.

Einflussreicher Politiker blieb unverletzt

Angaben zum Hintergrund der Bluttat gab es zunächst nicht. Bei einem Attentat in der westukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) wurden nach den Informationen des Innenministeriums Granaten am Freitagabend auf das Haus des dortigen Bürgermeisters Andrej Sadowy (Andrij Sadowij) abgefeuert. Er sei nicht zu Hause gewesen. Den Angaben nach wurde niemand verletzt. Der parteilose Sadowy gilt als einer der einflussreichsten Politiker in der Westukraine. Beide Anschläge hätten aber wahrscheinlich nichts miteinander zu tun.

Krementschuk ist eine Industriestadt am Ufer des am Dnjepr mit rund 230.000 Einwohnern. Sie liegt etwa 300 südöstlich von Kiew. Lwiw hat rund 730.000 Einwohner.

Rebellen erobern wichtigen Kontrollposten

Prorussischen Rebellen haben indes in der Ostukraine haben nach eigenen Angaben einen strategisch wichtigen Kontrollposten an der Grenze zu Russland erobert. Das meldete die russische Agentur Interfax; eine ukrainische Bestätigung gab es nicht.

Um den Grenzübergang Marinowka im Süden des Gebiets Donezk hatte es nach übereinstimmenden Berichten in den vergangenen Tagen heftige Artilleriegefechte gegeben. Die ukrainische Armee verteidigte dort einen schmalen Streifen entlang der Grenze, um ein mögliches Eindringen von Waffen und Kämpfern aus Russland zu verhindern.

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