Üppige Dividenden und hohe Provisionen:
Heiße Debatten um die Jahresauszahlungen

Trotz der Finanzkrise schütten Firmen Profite aus Auch Gehälte der Top-Manger stehen in der Kritik

Üppige Dividenden und hohe Provisionen:
Heiße Debatten um die Jahresauszahlungen © Bild: Reuters/Oswaldo Rivas

Das letzte Jahr hat die Finanzwelt erschüttet. Unvorstellbare Summen wurden von der zerplatzten Immoblienblase aufgesogen, die nun als Verlust abgeschrieben werden müssen. Die 100 teuersten Unternehmen der Welt etwa haben im vergangenen Jahr 6,7 Billionen US-Dollar an Wert verloren. Ein Horrorjahr für Unternehmer, Manager und Aktionäre - sollte man meinen.

Finanzkrise hin - Arbeitsplatzvernichtung her, die Aktionäre wollen nicht auf ihre Dividende verzichten. Überraschender Weise lassen sich jetzt Aktionäre üppige Dividenden auszahlen. Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise streichen sie in den kommenden Wochen reichhaltige Summen ein. Die 30 größten börsennotierten Konzerne im DAX schütten insgesamt 23,5 Mrd. Euro aus, wie Berechnungen des "Handelsblatts" in Zusammenarbeit mit der Commerzbank ergeben. Gemessen am stark gefallenen Börsenwert der Top-Konzerne von insgesamt nur noch 500 Mrd. Euro, sei das so viel wie noch nie. Elf der 30 DAX-Konzerne dürften ihre Dividende sogar erhöhen, schrieb das Blatt.

Die Auszahlung der Dividende ist ein heikles Thema. Gerade in Zeiten, in denen Banken mit staatlichen Hilfsgeldern unter die Arme gegriffen werden muss, erscheinen Zahlungen an Aktionäre in einem schiefen Licht. Daher hat die EU beim österreichischen Bankenhilfspaket die Dividende auf 17,5 Prozent des Nettogewinns

Hohe Managergehälter
Aber nicht nur Aktionäre, sondern auch Top-Manager stehen im Fadenkreuz der Kritik. Die neue US-Regierung will daher strikte Auflagen bei Firmen einführen, die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Ihre Manager sollen künftig höchstens 500.000 Dollar beziehen dürfen.

In den USA hat dieses Thema gehörig Staub aufgewirbelt. Bei der Vorstellung der neuen Bestimmungen im Weißen Haus zeigte sich Obama verärgert über hohe Managergehälter und Bonuszahlungen in Unternehmen, die durch die Finanzkrise in Schieflage geraten waren und staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. "Das ist nicht nur schlechter Geschmack, sondern auch schlechte Strategie, was ich als Präsident nicht tolerieren werde", sagte Obama. "Wir verlangen Zurückhaltung im Gegenzug für staatliche Hilfe."

Doch nicht nur in den USA, auch in Europa sind solche Fälle an die Öffentlichkeit geraten. Auch hier ist der Staat eingeschrittn. Als die deutsche Commerzbank in Deutschland im November eine staatliche Finanzspritze in Anspruch nahm, wurde für den Vorstandssprecher eine Gehaltsobergrenze von 500.000 Euro festgelegt.
(apa/red)