UEFA-Schiri-Boss zu Besuch im ÖFB-Camp: Volker Roth gibt Spielern EM-Instruktionen

Worauf die Unparteiischen am meisten achten werden Augenmerk auf schwere Fouls, Simulieren und Halten

UEFA-Schiri-Boss zu Besuch im ÖFB-Camp: Volker Roth gibt Spielern EM-Instruktionen © Bild: APA/Jäger

Das österreichische Fußball-Nationalteam hat Volker Roth, den Chef der UEFA-Schiedsrichter-Kommission, als Gast begrüßt. Der Deutsche informierte die Spieler noch einmal über die Instruktionen, die den Unparteiischen vom Europäischen Verband speziell für die EURO 2008 auf den Weg mitgegeben worden waren.

Teamchef Josef Hickersberger nannte die Eckpunkte. Demnach geht es der UEFA vor allem um den Schutz "außergewöhnlicher Spieler", weshalb schwere Fouls sofort mit Rot geahndet werden. Außerdem verstärkt im Blickpunkt ist neben dem Ellbogen-Einsatz bei Kopfball-Duellen auch das Klammern am Trikot. Der Schiedsrichter ist angehalten, bei einem derartigen Vergehen zum Beispiel noch vor der Ausführung von Standard-Situationen einzuschreiten und im Wiederholungsfall gegebenenfalls sogar auf Elfmeter zu entscheiden.

Simulieren "schadet Image der Fußballs"
Besondere Konzentration gilt auch dem Simulieren (Hickersberger: "Das wird streng geahndet, weil es dem Image des Fußballs schadet"), dem Protest gegen Schiedsrichter-Entscheidungen und in diesem Zusammenhang explizit dem Fordern nach Gelben Karten und der Unterbindung von Rudelbildungen (in diesem Fall sieht je ein Spieler beider Teams Gelb).

Das Fingerspitzengefühl der Referees ist außerdem gefragt, wenn sich ein Spieler am Boden windet, mit einer simulierten Verletzung aber den Fair-Play-Gedanken untergräbt. Hickersberger: "Nur die Schiedsrichter sind in der Lage, ein Spiel zu unterbrechen. Das soll aber nur passieren, wenn der Schiedsrichter der Meinung ist, dass ein Spieler wirklich verletzt ist."

Gelbe Karte bei nackter Haut
Von den Spielern kontroversiell diskutiert wurde laut "Hicke" das Zeigen von Gelben Karten, wenn sich ein Torschütze vor Begeisterung seines Trikots entledigt. "Hier handelt es sich um eine FIFA-Regelung, die aus Rücksicht auf Länder eingeführt wurde, in denen nackte männliche Oberkörper verpönt sind", erläuterte Hickersberger. Außerdem könne es zu Tumulten auf den Rängen kommen, sobald ein Kicker sein Leiberl in die Menge werfe.

Den Vortrag von Roth, der unmittelbar danach zum DFB-Teamcamp auf Mallorca weiterreiste, bezeichnete der Teamchef als "sinnvoll. Jeder Spieler soll sich jetzt das Beste aus diesen Empfehlungen herausholen", forderte der Niederösterreicher.

Garics: "Simuliere und protestiere nicht"
Damit dürfte zumindest György Garics kein Problem haben. "Bei den Ausführungen von Roth geht es um Dinge, die bei meiner Spielweise gar nicht infrage kommen. Simulieren oder Reinhauen kann ich nicht und protestieren tu' ich nicht", beteuerte der Napoli-Legionär. Nur mit der Torjubel-Regelung könnte der Außenverteidiger in Konflikt geraten. "Ich muss aufpassen, dass ich nicht zwei Tore schieße, sonst kriege ich zweimal Gelb und bin gesperrt."

(apa/red)

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