Fussball von

UEFA Nations League ab 2018

Neuer Bewerb für Nationalteams soll in vier Jahren erstmals ausgetragen werden

Marchisio gegen Müller im Länderspiel Italien Deutschland © Bild: Claudio Villa/Getty Images

Im fernen Astana will das Exekutivkomitee des europäischen Fußball-Verbands (UEFA) dieser Tage die Weichen in die Zukunft stellen. Am Donnerstag wird von den Delegierten der 54 UEFA-Mitglieder die Absegnung der ab 2018 ausgespielten "Nations League" erwartet. Eine entsprechende Resolution wurde Mittwoch verabschiedet. Weiters sollen schärfere europaweite Sanktionen gegen Wettbetrug fixiert werden.

Mit großem Interesse wird die Vorstellung der geradezu revolutionären Nations League erwartet. Wie UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino am Mittwoch vorwegnahm, sollen die Details im Rahmen des Kongresses in Kasachstan bekannt werden. Der neue Bewerb soll Freundschaftsspiele ersetzen und stattdessen zur dritten wichtigen Konkurrenz für Europas Teams nach WM- und EM-Endrunden werden.

Die Nations League könnte demnach aus drei bis vier Divisionen bestehen, denen die Nationalmannschaften je nach Weltranglisten-Platzierung zugeteilt werden. Die Möglichkeit zum Auf- bzw. Abstieg soll gegeben sein. Als Höhepunkte sollen "Final Four"-Turniere in ungeraden Jahren ausgespielt werden. In der Nationenliga könnten auch Tickets für WM und EM vergeben werden. Die Zahl der Freundschaftsspiele würde damit deutlich sinken, es sollen allerdings weiter Termine dafür frei gehalten werden.

Gianni Infantino gestikuliert
© VALERY HACHE/AFP/Getty Images

"Die Diskussion wurde durch unsere Arbeit ausgelöst, einen neuen internationalen Kader zu etablieren. Wir wollen in die Termine von Freundschaftsspielen mehr Struktur bringen", meinte Infantino. "Es gibt einige Länder, gegen die jeder spielen will und andere, die kaum Gegner finden. Deshalb haben wir nach etwas Neuem gesucht", erklärte er.

Kampf gegen Wettbetrug verschärft

Vorangetrieben wird auch der Kampf gegen Wettbetrüger. Das von der UEFA eingesetzte Frühwarnsystem, das rund 32.000 Spiele pro Jahr überwacht, schlage bei 0,7 Prozent aller Spiele an. "Dies bedeutet nicht, dass das Spiel verschoben ist, aber es zeigt uns an, wenn etwas Ungewöhnliches passiert", sagte Infantino. "Aber selbst 0,001 Prozent wären zu viel. Unser Ziel ist es, Spielmanipulationen komplett aus dem Fußball zu eliminieren. Daran arbeiten wir."


So gelte es, Sanktionen einheitlich zu gestalten. Überführte Betrüger könnten in Zukunft demnach mit europaweiten Sperren auf Lebensdauer belegt werden. Verjährungsfristen sollen entfallen. Die UEFA strebe in Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden auch an, Sportbetrug als Verbrechen im jeweiligen Strafrecht zu verankern.

Kommentare