Überschwemmungen im Südwesten von
China: Zigtausende Menschen auf der Flucht

Mindestens 1.100 Personen tot oder vermisst Drei-Schluchten-Staudamm auf Jahreshöchststand

Überschwemmungen im Südwesten von
China: Zigtausende Menschen auf der Flucht © Bild: Reuters/China Daily

Mehr als 100.000 Menschen mussten im Südwesten Chinas vor Überschwemmungen fliehen. Sie verließen ihre Häuser, nachdem in der Provinz Sichuan der Jialing, ein Nebenfluss des Jangtse, über die Ufer getreten war, wie lokale Nachrichtenportale berichteten. Im Norden der Provinz spitzte sich die Lage in der Stadt Huayin zu, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Dort wurden rund 6.400 Menschen vor dem Hochwasser des Luofu in Sicherheit gebracht. Der Luofu speist den Gelben Fluss. Die Überschwemmungen sind die schlimmsten in China seit zehn Jahren. Mindestens 1.100 Menschen verloren in den Fluten bereits ihr Leben oder werden vermisst. Insgesamt sind nach Regierungsangaben 120 Millionen Menschen betroffen.

Die sintflutartigen Regenfälle im Südwesten des Landes halten indes an. Regierungschef Wen Jiabao warnte bei einem Besuch in der Provinz Hubei vor einer weiteren Verschlechterung der Lage. In Hubei steht auch der gewaltige Drei-Schluchten-Staudamm, der den Jangtse staut. Am Freitag erreichte der Wasserstand an der Staumauer seinen bisherigen Jahreshöchststand mit fast 159 Metern. Bei etwa 175 Metern liegt die Obergrenze.

(apa/red)