Übernahmekampf um Continental beendet:
Der Vorstandschef erklärte seinen Rücktritt

Schaeffler muss den Aktien-Angebotspreis erhöhen Vereinbarung enthält Beschränkungen und Auflagen

Übernahmekampf um Continental beendet:
Der Vorstandschef erklärte seinen Rücktritt © Bild: APA/DPA/Rainer-Jens

Die seit Wochen andauernde Übernahmeschlacht um den Autozulieferer Continental ist zu Ende. Wie der deutsche Reifenkonzern bekanntgab, wurde eine "weitreichende Investorenvereinbarung" mit der Gruppe um die in Wien aufgewachsene bayerische Unternehmerin Elisabeth Maria Schaeffler getroffen.

Kernpunkt ist die Zusage der Schaeffler-Gruppe, sich in den nächsten vier Jahren auf eine Minderheitsbeteiligung bei Continental zu beschränken. Vorstandschef Manfred Wennemer, der die Übernahme erbittert bekämpft hatte, erklärte im Anschluss an die Vereinbarung seinen Rücktritt.

Zahlreiche Beschränkungen für Schaeffler
Das bayerische Autozulieferunternehmen Schaeffler hatte Bankenkreisen zufolge 16,1 Mrd. Euro aufgetrieben, um die Übernahme seines Konkurrenten zu finanzieren. Die bis mindestens Frühjahr 2014 geschlossene Vereinbarung enthält zahlreiche Beschränkungen und Auflagen für den künftigen bestimmenden Continental-Eigner. Als Garant für die Interessen aller Beteiligten - einschließlich der Arbeitnehmer - wird darin der frühere deutsche Kanzler Schröder namhaft gemacht. Er hat das Recht, "jederzeit gerichtlich und außergerichtlich" die Erfüllung aller Verpflichtungen durch Schaeffler geltend zu machen.

Laut der Vereinbarung muss Schaeffler den Angebotspreis von 70,12 auf 75,00 Euro je Continental-Aktie erhöhen. Schaeffler verpflichtet sich zudem, in den nächsten vier Jahren maximal einen Anteil von 49,99 Prozent an Continental zu halten.

Beibehaltung der bisherigen Geschäftspolitik
Formell werden praktisch alle bedeutenden Weichenstellungen im Unternehmen dem Einfluss der Schaeffler-Gruppe entzogen. So verpflichtet sich Schaeffler in der Vereinbarung, die bisherige Strategie und Geschäftspolitik des Vorstands einschließlich des Markt- und Markenauftritts zu unterstützen und keine Verkäufe "oder sonstige wesentliche Strukturmaßnahmen" zu verlangen.

apa/red)