Übernahme von Reebok trägt bei Adidas erste Früchte: Exklusivausstatter für NBA!

Elf Jahre lang werden Basketball-Profis eingekleidet Adidas-Chef Hainer hebt Umsatzprognosen an

Die Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Reebok trägt beim Sportartikelhersteller Adidas erste Früchte. Vorstandschef Herbert Hainer gab am Mittwoch bekannt, dass Adidas künftig statt Reebok Exklusivpartner der wichtigen amerikanischen Basketball-Profiliga NBA bei der Spielerausrüstung werde. Zudem hob Hainer für die kommenden Jahre die Umsatzerprognosen an: Allein die Reebok-Übernahme solle ab 2009 ein zusätzliches Umsatzwachstum um rund eine halbe Milliarde Euro bringen.

"Wir machen bei der Integration von Reebok hervorragende Fortschritte", sagte der Adidas-Chef. Die Wachstums- und Einsparungseffekte durch die Übernahme seien höher als erwartet: Statt bisher eingeplanten Kosteneinsparungen von geschätzten 125 Mio. Euro würden jährlich 175 Mio. Euro anfallen, die ebenso wie das Umsatzwachstum ab 2009 vollständig zu Buche schlagen würden. Auch für die kommenden drei Jahre hob Hainer die Wachstumsprognosen an: Statt mindestens mittlerem, peile das Unternehmen nun jeweils ein hohes einstelliges Prozentwachstum pro Jahr an.

Der Nettogewinn solle weiterhin jährlich zweistellig wachsen, betonte Hainer. Allein für 2007 nannte er ein Plus von mindestens 20 Prozent als Ziel. Im vergangenen Jahr hatte Adidas seinen Umsatz um 12 Prozent auf 6,64 Mrd. Euro gesteigert und den Nettogewinn um 22 Prozent auf 383 Mio. Euro ausgebaut. Mit Reebok kommt die Adidas-Gruppe in diesem Jahr voraussichtlich auf einen Umsatz von knapp zehn Mrd. Euro.

Adidas gab gleichzeitig bekannt, künftig der alleinige Ausrüster der US-Basketball-Liga zu sein. Von der Saison 2006/2007 an werde das Unternehmen elf Jahre lang die Spieler der NBA, der Frauen-Basketball-Liga WNBA und der Unterliga NBA D-League mit Bekleidung und Trikots ausstatten, nachdem bislang Reebok seit 2001 Exklusivausrüster der NBA-Teams war.

Die neue Partnerschaft zwischen Adidas und der NBA beinhalte die Verkaufsrechte für Bekleidung sowie für Schuhe in den USA, Kanada, Europa und Asien. Die Marke Reebok werde weiterhin ein Marketingpartner der NBA bleiben und auch künftig unter dem NBA-Logo Schuhe herstellen, hieß es. "Als Gruppe haben wir uns im Rahmen der Integration von Reebok zu diesem strategischen Schritt entschlossen. Wir sind überzeugt, dass dies einen entscheidenden Beitrag zur sofortigen Steigerung der Präsenz von Adidas als Sport Performancemarke in den USA leisten wird", sagte Hainer.

Zur weiteren Integration von Reebok erklärte Markenvorstand Paul Harrington, das US-Unternehmen werde sich künftig auf die Bereiche Accessoires, Laufsport, Frauenausrüstung, US-Sportarten sowie Basketball und Fußball konzentrieren. Schon jetzt sei Reebok bei Individualsportarten sehr gut aufgestellt, Adidas hingegen bei Mannschaftssportarten. "Wir sehen gute Wachstumschancen für beide Marken in beiden Bereichen", erklärte Hainer. Die erfolgreiche Integration von Reebok sei eine große Herausforderung aber auch eine einmalige Chance. "Wir haben ein aufregendes Kapitel in unserer Geschichte aufgeschlagen", sagte Hainer. (apa/red)