Überlebenskampf der AUA spitzt sich zu:
225 Mio. Euro-Krisenpaket als letzte Chance

ÖIAG-Chef Michaelis geht nach Verkauf der Airline Annäherung zwischen Betriebsrat und Management

 Überlebenskampf der AUA spitzt sich zu:
225 Mio. Euro-Krisenpaket als letzte Chance © Bild: APA/Hochmuth

Den Austrian Airlines steht das Wasser bis zum Hals. Werden nicht umgehend Sanierungsschritte gesetzt, so droht die Pleite noch vor der Übernahme durch die Lufthansa. Auf dem Tisch liegt ein Sparpaket im Ausmaß von 225 Mio. Euro im laufenden Jahr. Das AUA-Management und der Bodenbetriebsrat zeigten sich nach einem Trefen überzeugt, gemeinsame Lösungen zu finden.

"Wenngleich es noch keine endgültigen Vereinbarungen über etwaige Maßnahmen gibt, ist es beiden Seiten wichtig, gemeinsam festzuhalten, dass erste Annäherungen im gemeinsamen Verständnis der Unternehmenssituation gefunden werden konnten", hieß es seitens der Airline. Positiv äußerte sich auch AUA-Bodenbetriebsratschef Junghans. Mit der neuen Geschäftsführung sei ein "großes gegenseitiges Verständnis" definiert worden. "Ich freue mich über ein offenes Gesprächsklima", sagte er.

Personalabbau droht
Sollten die bisher geplanten Akut-Maßnahmen wie etwa Kurzarbeit nicht ausreichen, so droht laut AUA-Aufsichtsratschef Michaelis auch ein Personalabbau. Das 225 Mio. Euro schwere Sparpaket ("Krisenpaket 2009") dürfte verschärft werden, wenn der Markt weiter einbricht. Noch-Haupteigentümer ÖIAG erhofft sich, bis zum Aufsichtsrat am Montagnachmittag eine beschlussreife Vorlage zu haben. Michaelis wird, sobald das Closing des Lufthansa-Einstiegs bei der AUA vollzogen ist, als Aufsichtsratspräsident der Airline gehen.

Pleite noch vor dem Verkauf?
In Verhandlerkreisen wurde aber bezweifelt, dass vor allem das sensible Personalpaket bis Montag fertig ist. Bei dem Sparkurs geht um nichts weniger als um die Existenz der AUA. Denn greifen die Sanierungspläne nicht bald, ist zu befürchten, dass die AUA noch vor dem endgültigen Verkauf an die deutsche Lufthansa ein Fall für den Konkursrichter wird - indem ihr schlicht das Geld ausgeht.

Lauda moniert "Wettbewerbsverzerrung"
Indes griff Niki Lauda, Gründer und Mehrheitseigentümer der Billigfluglinie Fly Niki, in einer Eingabe an die EU-Kommission den AUA-Lufthansa-Deal an. Dass die AUA für 366.000 Euro an die Lufthansa verschenkt würden und dazu noch 500 Mio. Euro Schuldennachlass bekämen, bezeichnete er in den "Salzburger Nachrichten" als "absolute Wettbewerbsverzerrung".

(apa/red)