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Überflutungen auf Mallorca - Noch drei Personen vermisst

Österreicher offenbar nicht betroffen

Verheerende Unwetter mit Starkregen haben in mehreren südeuropäischen Ländern Todesopfer gefordert und massive Sachschäden angerichtet. Besonders schwer betroffen ist Mallorca, wo mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen sind.

Nach Angaben von Balearen-Präsidentin Francina Armengol beteiligten sich rund 800 Einsatzkräfte an der Suche. Bei den Deutschen soll es sich nach Angaben des spanischen Fernsehens um ein Ehepaar im Alter von 61 und 63 Jahren handeln. Ihr Auto sei leer auf der Strecke zwischen den Orten Arta und Canyamel aufgefunden worden, wo Straßen überflutet waren, zitierte die "Mallorca Zeitung" einen Polizeisprecher.

Über vermisste Österreicher ist bisher nichts bekannt. Wie Peter Guschelbauer vom Außenministerium der APA sagte, waren während der Unwetter kurzfristig zwei Österreicherinnen vermisst gewesen. Inzwischen sei aber ein Kontakt zustande gekommen. "Sie sind wohlauf", meinte der Sprecher. Medienberichte über einen Österreicher, der aus einer Reisegruppe verschwunden sein soll, konnte Guschelbauer nicht bestätigen.

Nach einem Sturzregen am Dienstagabend waren mehrere Orte an der Ostküste Mallorcas überschwemmt worden. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse und wurden teilweise komplett weggespült. Die Ortschaften Betlem und Colonia de Sant Pere seien weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete das "Mallorca Magazin". Auch auf der italienischen Insel Sardinien und in Südfrankreich gab es ungewöhnlich heftige Regenfälle.

Bei den bisher auf Mallorca geborgenen Toten handle es sich um sechs Männer und vier Frauen, schrieb der mallorquinische Notdienst auf Twitter. Drei der Opfer seien Ausländer - ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin. Ein Mann sei noch nicht identifiziert.

Am schlimmsten betroffen war der Ort Sant Llorenc des Cardassar 60 Kilometer östlich von Palma. Innerhalb von nur zwei Stunden waren in der Region nach Angaben des Wetterdienstes mehr als 230 Liter Wasser vom Himmel gefallen. Daraufhin trat ein Bach über die Ufer - die Wassermassen rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte.

"Der Weg durch das Dorf gleicht einer Odyssee", sagte ein Kommentator im spanischen Fernsehen. Menschen wateten auch zwei Tage nach dem Unwetter noch immer knöcheltief durch braunen Schlamm. Tausende Einwohner hätten bei der Katastrophe all ihre Besitztümer verloren, hieß es. Balearen-Präsidentin Armengol sprach von "Millionenschäden".

An den Aufräumarbeiten und Hilfsaktionen beteiligten sich zahlreiche Freiwillige, darunter der mallorquinische Tennis-Star Rafael Nadal. Bereits kurz nach der Katastrophe hatte er seine Sportanlage "Rafa Nadal Academy" in Manacor für Menschen geöffnet, die nicht in ihren Häusern übernachten konnten. Auf Bildern ist zu sehen, wie der 32-Jährige zudem in Gummistiefeln und Arbeitshandschuhen eine Autowerkstatt mit einem Besen von Schlamm befreit.

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