"Überflieger" mit Weitblick: Weltcup für
Morgenstern wichtiger als die Siegesserie

Rekordmann: "Mein großes Ziel ist noch weiter weg" Auch Teamkollege Schlierenzauer siegeshungrig

"Überflieger" mit Weitblick: Weltcup für
Morgenstern wichtiger als die Siegesserie

Thomas Morgenstern hat seine Fans in der Villacher Alpenarena mit zwei Siegen glücklich gemacht und sich selbst einen Bubentraum erfüllt. Der 21-Jährige vom SV Villach peilt nun in Engelberg die Egalisierung der Weltcup-Rekordserie von sechs Erfolgen an, wichtiger ist für ihn aber die Gesamtwertung. Sein großes Ziel, als erster Österreicher seit Andreas Goldberger 1995/96 die Weltcup-Trophäe zu erobern, hat er schon vor Saisonbeginn formuliert.

Die Fortsetzung der Serie hat für den "Überflieger" ihren Reiz, unter zusätzlichen Druck lässt er sich aber nicht setzen. "Sechs Siege, das wäre Rekord. Ich weiß aber, dass ich nicht die ganze Saison gewinnen kann. Mein großes Ziel ist noch weiter weg", erklärte Morgenstern. 23 Stufen, sprich Saisonbewerbe, hat der Doppel-Olympiasieger noch vor sich. "Ich bin auf einem sehr guten Weg. Jetzt heißt es einmal abschalten und locker bleiben." Sportdirektor Toni Innauer gab ihm via ORF-Fernsehen einen einfach klingenden Ratschlag. "Denk nicht zu viel nach, mach einfach weiter."

Erholung im Kreis der Familie
Morgenstern wird die nächsten Tage im Kreis seiner Familie in Lieserbrücke verbringen, sich von Schanzen fernhalten, aber ein Konditionsprogramm absolvieren. Da wird auch Zeit für Weihnachtseinkäufe bleiben. Verdient hätte er schon genug. Nach dem Double, das pro Tag 30.000 Franken (18.000 Euro) einbrachte, hält der Team-Weltmeister bei einem Saison-Preisgeld von insgesamt 155.000 Franken brutto (93.000 Euro).

Morgenstern überstrahlt derzeit die Konkurrenz, doch seine Teamkollegen sind ebenfalls in Topform. Gregor Schlierenzauer holte sich mit den Plätzen drei und zwei viel Selbstvertrauen. "Dabei bin ich nicht der begnadetste Abspringer. Die zwei Stockerlplätze motivieren mich für die nächsten Springen." Der fünffache Sieger der vergangenen Saison, seiner ersten im Weltcup, fühlt sich trotz seiner Beinhautentzündung an den Schienbeinen reif für den ersten Saisonsieg. "Ich versuche, nicht auf Morgenstern, sondern auf meine eigenen Sprünge zu schauen. Wenn mir einmal zwei sehr gute gelingen, ist viel möglich."

(apa/red)