Überalterung der Gesellschaft: Buchinger erwartet deutlich steigende Sozialausgaben

Aber Spielraum wegen noch stärker steigendem BIP Österreich bei Sozialausgaben im EU-Spitzenfeld

Wegen der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft erwartet Sozialminister Buchinger auch stark steigende Sozialausgaben in den nächsten Jahren. Da aber das Wirtschaftswachstum noch stärker steigen werde, bleibe auch in Zukunft noch Spielraum für soziale Verbesserungen, meinte Buchinger. Österreich liegt mit Sozialausgaben von insgesamt 70,6 Milliarden Euro im Jahr 2005 in Europas Spitzenfeld.

Buchinger geht davon aus, dass die jährlichen Sozialausgaben allein wegen des demografischen Faktors bis 2030 jährlich um 1,1 Prozent steigen werden. Diese "auf den ersten Blick besorgniserregende" Zahl sei aber deshalb nicht so dramatisch, weil er damit rechnet, dass das Wachstum des BIP von durchschnittlich zwei Prozent in den letzten Jahren auch weiter anhalten werde.

Mit einer Sozialquote von 28,8 Prozent (Sozialausgaben gemessen am BIP) liegt Österreich in der EU an sechster Stelle. "Österreich gehört zu den gut entwickelten Wohlfahrtsstaaten", formulierte Buchinger. Schweden hat mit 32,9 Prozent die höchste Sozialquote, der EU-25-Durchschnitt betrug 2004 27,3 Prozent. Im Durchschnitt entfallen in Österreich 8.600 Euro an Sozialleistungen auf jede Person.

Die Sozialquote war 2005 in Österreich mit 28,8 Prozent genauso hoch wie 1995. Dazwischen war sie aber bis 2005 auf 29,3 Prozent gestiegen, dann aber wieder zurückgegangen. Wie Buchinger erläuterte, steigt die Sozialquote normalerweise in wirtschaftlichen schlechteren Zeiten, weil etwa Ausgaben für Arbeitslosigkeit größer werden.

Fast die Hälfte aller Sozialleistungen (47,3 Prozent oder 32,3 Mrd.) wurden für Altersleistungen (Pensionen) ausgegeben. Die Sozialausgaben für die Gruppe der über 59 bzw. 64-Jährigen ist mit durchschnittlich 30.620 Euro rund sechs Mal so hoch wie für die Gruppe der bis 19-Jährigen.

(apa)