Über Umsetzung der UNO-Resolution: Israel & Libanon treffen sich zu ersten Gesprächen

Militärtreffen mit UNIFIL-Befehlshaber an der Grenze Rückzug der israelischen Truppen als Hauptthema

Vertreter Israels, des Libanon und der Vereinten Nationen sind am Montag zu ersten Gesprächen über die Umsetzungsmodalitäten der jüngsten Resolution des UNO-Sicherheitsrates zur Einstellung der Feindseligkeiten zusammengetroffen. Bei der Unterredung am Grenzübergang Ras Nakura sei es unter anderem um den Rückzug der israelischen Streitkräfte und die Stationierung libanesischer Soldaten im Südlibanon gegangen, sagte ein Sprecher der UNO-Interimstruppe UNIFIL.

An dem Treffen nahmen UNIFIL-Kommandant Alain Pellegrini sowie je ein ranghoher israelischer und libanesischer Militärvertreter teil, wie UNIFIL-Sprecher Milos Strugar mitteilte. Die am vergangenen Freitag verabschiedete Resolution 1701 sieht vor, dass 15.000 libanesische Soldaten in das Gebiet zwischen der israelischen Grenze und dem 30 Kilometer nördlich gelegenen Litani-Fluss entsandt werden. Ihre Stationierung und der gleichzeitige Abzug der israelischen Truppen soll unterstützt werden von der UNIFIL, die von 2000 auf 15.000 Soldaten aufgestockt wird.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat unterdessen einen früheren Vizechef des Geheimdiensts Shin Beth beauftragt, sich um die Befreiung der im Libanon und im Gaza-Streifen entführten Soldaten zu bemühen. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung wurde Ofer Dekel zum "Sondergesandten betreffend die Rückkehr der drei entführten israelischen Soldaten" ernannt. Dekel werde von den Streitkräften und Regierungsstellen unterstützt werden, heißt es in der Mitteilung. Näher wurde seine Aufgabe nicht beschrieben. Bei den Geiseln handelt es sich um den am 25. Juni von militanten Palästinensern verschleppten 19-jährigen Korporal Gilad Shalit sowie zwei Reservisten, Ehud Goldwasser und Eldad Regev. Goldwasser und Regev wurden am 12. Juli von der libanesischen Hisbollah-Miliz entführt. Daraufhin startete Israel die Militäroffensive im Libanon, die durch eine Waffenruhe, die am Montagmorgen in Kraft trat, zum Stillstand gebracht wurde.

(apa/red)