Über die große Show des "kleinen" Pröll

Hubert Wachter zum Event des Ministers am 14.10. PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Über die große Show des "kleinen" Pröll © Bild: NEWS

Des Vizekanzlers Zukunftsrede für Österreich in seinem Finanzministerium: "Denn dort ist das eigentliche Herz der Politikgestaltung!"

Josef Pröll, 41, Vizekanzler, Finanzminister und ÖVP-Chef, legt größten Wert darauf, dass seine große einstündige Rede am kommenden Mittwoch, 14. Oktober, nur ja nicht missverstanden wird: Nein, das werde keine Regierungserklärung! Nein, das werde auch keine Rede zur Lage der Nation! Sondern lediglich die „Rede des Finanzministers“ darüber, wohin seiner Meinung nach Österreichs Reise in den nächsten Jahren zu gehen habe. Und das alles in der bescheiden-modernistischen Aula seines Ministeriums, dort eben, wo es nicht allein um die Finanzen der Republik gehe, sondern dort, wo sich eigentlich „das Herz der Politikgestaltung“ der Alpenrepublik befinde. Dass Derartiges just zum Zeitpunkt einer veritablen SPÖ- Krise, die Bundeskanzler Werner Faymann derzeit arg zu schaffen macht, über die Bühne gehe, sei reiner Zufall. Ein Schelm, wer da anderes vermutet ...

Der Chef im Ring. Wirklich?
Die Erwartungshaltung, durchaus selbst forciert, gegenüber Sepp Pröll ist ziemlich hoch: Diesmal wirklich Nägel mit Köpfen! Die Themen: Bundesstaatsreform. Bildung. Wirtschaft. Soziales und Gesundheit. Fremdenpolitik. Für das alles gelte: „Weg mit den Fleckerlteppichen halbherziger Maßnahmen! Weg mit den jahrelangen Baustellen! So machen wir’s! Den Staat fit trimmen für dessen Konsolidierung nach der Krise!“ Ja, der junge ÖVP-Chef hat sich die Latte hoch gelegt. Ob er sie überspringt? Am Beispiel Staatsschulden: Deren Sanierung ist seine Herkulesaufgabe. Weltbank und Ecofin helfen Pröll: 2010 stehe noch im Zeichen der Krisenbewältigung, erst danach käme das Sanieren, sprich: Belastungspakete für die Steuerzahler. Fazit: Ans wirklich Eingemachte wird der Finanzminister daher jetzt noch gar nicht anstreifen müssen.

PS: Der EU-Kommissar
Abgesehen vom großkoalitionären Muskelspiel – es lichten sich die Nebel, wen die Regierung als Kommissar nach Brüssel schicken könnte: „Inneres und Sicherheit“ wird für Österreich und Maria Fekter realistischer. Ebenso wie erneut das Agrar-Dossier. Für Wilhelm Molterer, für den sich zuletzt offiziell gar Finnland stark machte.