Über neueste ÖVP-Kaskaden zur Hofburg

Hubert Wachter über die "schwarze" Taktik PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Über neueste ÖVP-Kaskaden zur Hofburg © Bild: NEWS

Die ‚schwarze‘ Taktik in der Hofburg-Frage lichtet sich: Das Verlierer-Image wiegt schwerer, als überhaupt niemanden gegen H. Fischer aufzustellen.

Abseits von Banken-Desastern samt Kärntner Sumpfblüten gibt es sie noch, die sogenannte „normale“ Innenpolitik. Die 2010 ein Superwahljahr vor sich hat. Die SPÖ muss im Burgenland und in Wien zwei absolute Mehrheiten verteidigen. Was hart wird. Und jenseits des Semmerings geht es, aus ÖVP-Sicht, um die Rückeroberung der Steiermark. Was auch noch nicht „gegessen“ ist. Eingeläutet wird das alles am 25. April von der Bundespräsidenten-Wahl, in deren Vorfeld sich die ÖVP jedoch in kaum mehr nachvollziehbaren Strategie-Volten, Kandidaten-Absagen und seltsamer Geheimniskrämerei ergeht. Alles denn doch erstaunlich:

Das Hofburg-Spiel
Erwin Pröll, der Onkel, hat nach innerparteilichen Widerständen gesichtsschonend („Bin meinem Land Niederösterreich verpflichtet!“) abgesagt. Aber umso dringlicher Josef Pröll, den Neffen & Parteichef, in aller Deutlichkeit aufgefordert, jedenfalls wen gegen Amtsinhaber Heinz Fischer zu nominieren. Vor allem, um die ÖVP-Chancen bei den folgenden drei Landtagswahlen zu wahren, die SPÖ-Bäume nicht in den Himmel wachsen zu lassen – und um die FPÖ in Schach zu halten.

Verunsicherte ÖVP
Viele in der ÖVP denken so wie Erwin Pröll. Daher war es logisch, dass nach dessen Verzicht der Name Franz Fischlers als renommierter Herausforderer ins Spiel kam. Der aber sagte auch ab („Ich müsste ja bescheuert sein …“), vor allem, weil er das Match gegen Fischer schlicht für nicht gewinnbar hält, ergo möge die Partei überhaupt niemanden nominieren. So weit, so klar. Sollte man meinen. Denn Josef Pröll lässt jetzt, knapp 17 Wochen vor der Hofburg-Wahl, plötzlich durchblicken, dass er doch an „ein offenes Rennen“ glaube, es Ende Jänner diesbezüglich eine Überraschung geben könne. Denn, so der Neffe über seinen Onkel: Dessen Warnung, gar nicht anzutreten, sei legitim, habe etwas für sich. Zugleich betont der junge Parteichef aber, vordringlichere Ziele wären die drei Landtagswahlen: Trete zuvor kein ÖVPler gegen Fischer an, so wäre dessen Sieg für die SPÖ kaum hilfreich oder gar fulminant. Na dann …