Über eine Milliarde für AUA-Sanierung:
Zuschuss deckt knapp Hälfte der Kosten

Lufthansa will Schulden so schnell wie möglich tilgen Deutsche Fluglinie will AUA bis 2010 ins Plus bringen

Über eine Milliarde für AUA-Sanierung:
Zuschuss deckt knapp Hälfte der Kosten © Bild: APA/Hochmuth

Wie dramatisch die Lage bei der Austrian Airlines (AUA) ist, haben die Parlamentarier nun schwarz auf weiß. Aus einem bisher unveröffentlichten Bericht von Finanzministerium und Staatsholding ÖIAG für den Rechnungshof-Unterausschuss geht hervor, dass die AUA-Sanierung die Lufthansa über eine Milliarde Euro kostet.

Obwohl die AUA zwischen Ende 2001 und Ende September 2008 ihre Kurz- und Langfristschulden von damals 3,6 auf rund 2 Mrd. Euro reduziert habe, sei die Airline nach wie vor durch eine "sehr hohe Verschuldung" belastet.

AUA-Sanierung kostet über eine Mrd. Euro
Um den Fremdfinanzierungsgrad zu reduzieren und die Lasten aus dem Schuldendienst abzubauen, habe die Lufthansa für die Übernahme der AUA von Österreich einen Zuschuss von 500 Mio. Euro gefordert. Aus der Rückführung der Nettoverbindlichkeiten auf Lufthansa-Niveau und weiteren Restrukturierungskosten ergeben sich, so der Bericht, Gesamtkosten der Restrukturierung in Höhe von insgesamt mehr als eine Milliarde Euro. Der 500-Millionen-Zuschuss betrage daher weniger als 50 Prozent dieser Kosten.

Die halbe Milliarde Euro - die gestern den Finanzausschuss im Parlament in Wien passierte - wird zum Zeitpunkt des tatsächlichen Verkaufs der AUA an die Deutschen an eine neu zu gründende Gesellschaft eingezahlt und in der Folge an die Lufthansa übertragen - die sich wiederum verpflichtet, bei der AUA dafür das Kapital zu erhöhen.

Lufthansa will bis 2010 ins Plus
Wie wichtig es für die Deutschen ist, dass die AUA mit den Schulden runterkommt, zeigen folgende Annahmen in dem Bericht: Mit Kosten- und Umsatz-Synergien will die Lufthansa bei der AUA bereits im Jahr 2010 ein positives operatives Ergebnis (EBIT) sehen. Weil die AUA aber eine weit überhöhte Nettoverschuldung ausweise, würden die Zinsen dazu dazu führen, dass von 2010 bis 2012 trotz eines positiven EBIT Nettoverluste erwirtschaftet würden, heißt es in dem von der ÖIAG verfassten Bericht. Demnach würde erst im Jahr 2013 ein geringer Gewinn erreicht.

Zudem, so heißt es, dürfte der freie Cash Flow in den Jahren bis 2012 nicht reichen, um den Schuldendienst samt Zinsen abzudecken. Selbst langfristig zeige sich kein besseres Bild, weil nach einer kurzen Erholung zwischen 2012 und 2015 dann ab 2016 - weil dann die AUA-Flotte erneuert werden muss - mit einem "signifikant negativen" freien Cash Flow zu rechnen sei. Daher habe die Lufthansa den 500-Millionen-Zuschuss verlangt.

Um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf der AUA zu decken, wurde der Airline im Dezember ein 200-Mio-Euro-Notkredit gewährt, der auf der Annahme fußt, dass der Verkauf an die Lufthansa im zweiten Quartal 2009 passiert. (apa/red)