Über die neue "Chefin" Argentiniens: Das Leben der Christina Fernandez de Kirchner

Christina Fernandez Kirchner trumpft mit Sympathie Kämpft mit ihrem Ehemann für soziale Gerechtigkeit

Über die neue "Chefin" Argentiniens: Das Leben der Christina Fernandez de Kirchner

Die politischen Überzeugungen der argentinischen First Lady und Präsidentschaftskandidatin Cristina Fernandez de Kirchner sind in einer turbulenten Zeit ihres Landes geprägt worden. "Ich bin in die Politik gegangen, als es fast unmöglich war, eine abweichende Meinung zu haben - weil es verboten war", hat Fernandez einmal gesagt. In den 70er Jahren engagierte sich die heute 54-Jährige bereits als Jusstudentin und linke Aktivistin. Ihr damals erwachter Kampfgeist dürfte wohl auch ihre Präsidentschaft prägen.

"Sie ist genauso wie früher. Sie stritt damals mit den Chefs ihrer eigenen Partei. Sie verabscheute jeden, der ihr etwas aufzwingen wollte", sagt die Autorin Olga Wornat, die eine Biografie über Fernandez geschrieben hat und die First Lady bereits damals kannte. Fernandez' Generation wurde durch die Militärdiktaturen der 1950er und 60er Jahre geprägt, als die populistische Bewegung des Peronismus verboten war, der Fernandez angehörte. Auch ihren Mann lernte sie zu dieser Zeit kennen, beide studierten an der Universität La Plata Jus. Das Paar heiratete schließlich und schloss damit gleichzeitig eine politische Partnerschaft, die nun schon drei Jahrzehnte andauert.

Die Ära des Juan Peron
Die linke Studentenbewegung forderte damals die Rückkehr des ehemaligen Präsidenten Juan Peron aus dem Exil. Peron kam schließlich zurück und wurde 1973 erneut zum Präsidenten gewählt. Im darauffolgenden Jahr starb er. Seine dritte Frau, Isabel Peron, folgte ihm im Amt, wurde jedoch 1976 durch einen Militärputsch abgesetzt. In dem "schmutzigen Krieg", der bis 1983 folgte, ermordeten die Militärs 30.000 Linke und Dissidenten. Fast 700 der Opfer kamen von der Universität La Plata, auch einige Freunde der Kirchners wurden verschleppt.

Kirchner forderte Gerechtigkeit für Folteropfer
Das Paar selbst floh damals in die südliche Provinz Patagonien, wo beide als Grundstücksanwälte arbeiteten und später dann ihre politischen Karrieren starteten. Fernandez sagt, dass sie seitdem alles andere in ihrem Leben der Politik untergeordnet hat. So erinnert sie sich noch, wie sie vor 17 Jahren ihr zweites Kind mit in das Provinzparlament nahm, um weiter arbeiten zu können. Schließlich betraten die Kirchners die Bühne der nationalen Politik - sie als Senatorin und er als Präsident. An der Macht kämpften sie für eine Rücknahme der Amnestie-Gesetze, um die Verantwortlichen für Folter und Mord während des "schmutzigen Krieges" doch noch vor Gericht zu bringen.

Für ihre Sturheit bekannt
Fernandez ist für ihre Sturheit und Ungeduld bekannt - und sie macht selbst Witze über ihre streitsüchtige Art. Sie sagt aber auch, dass sie während ihrer Zeit als Senatorin gelernt hat zu verhandeln. Bei einem Mittagessen mit hochrangigen Geschäftsleuten in Buenos Aires betonte Fernandez neulich, dass sie nicht gegen wirtschaftlichen Profit sei - gleichzeitig drängte sie jedoch darauf, dass die Unternehmen auch sozial verantwortlich handeln müssten. (APA/red)