Über 40 Tote bei Anschlägen in Pakistan:
Zweifacher Selbstmordanschlag in Schrein

Attentäter sprengten sich in Stadt Lahore in die Luft Detonationen nahe Grabstätte eines Islam-Gelehrten

Über 40 Tote bei Anschlägen in Pakistan:
Zweifacher Selbstmordanschlag in Schrein © Bild: Reuters

Bei einem zweifachen Selbstmordanschlag in einem Muslim-Schrein der ostpakistanischen Stadt Lahore sind nach Polizeiangaben mindestens 42 Menschen getötet und mehr als 175 weitere verletzt worden. Zwei Attentäter sprengten sich an der Grabstätte eines islamischen Sufi-Heiligen in die Luft. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat, der Verdacht fiel aber auf islamische Extremisten.

Sie betrachten die Anhänger des Sufismus als Ketzer und verübten deshalb schon wiederholt Anschläge. Die radikal-islamischen Taliban wiesen eine Verantwortung allerdings zurück. Regierungschef Gilani verurteilte die Tat.

Bombe in heiligem Schrein gezündet
Die Attentäter zündeten die Bomben trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen in dem Schrein Data Darbar des Sufi-Heiligen Hazrat Syed Ali bin Usman Hajweri. Die weitläufige Grabstätte des 1077 verstorbenen Mannes ist ein vielbesuchter Ort im Zentrum der Millionenstadt. Zum Tatzeitpunkt hielten sich tausende Gläubige dort auf. Nach Angaben eines Polizeisprechers zündete ein Attentäter seinen Sprengsatz im Hof und der andere im Keller des Schreins. Dem Hausmeister zufolge detonierten die Sprengsätze im Abstand von wenigen Minuten. Unter den Besuchern brach Panik aus. Sufismus steht für Strömungen im Islam, die von asketischen Tendenzen und einer spirituellen Orientierung geprägt sind.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Ein Regierungssprecher machte jedoch islamische Extremisten verantwortlich und erklärte, es handle sich um "dieselben Leute, die auch die früheren Anschläge in Lahore verübt haben". Die pakistanischen Tehrik-e-Taliban (TTP) wiesen eine Verantwortung zurück. Das Attentat sei eine "Verschwörung ausländischer Geheimdienste".

(apa/red)