Über 30 Tote bei Selbstmordanschlägen im
Irak: Autobombe riss Polizisten in den Tod

Weitere Bomben vor Parteibüro und Botschaft US-Botschafter: "Kommenden Monate entscheidend"

Bei Selbstmordattentaten im Irak sind über 30 Menschen ums Leben gekommen. In Bakuba nordöstlich von Bagdad riss ein Attentäter mit einer Autobombe vor einer Polizeiwache zehn Menschen mit in den Tod. Wie die Polizei weiter berichtete, wurden zehn weitere Menschen verletzt. Unter den Opfern waren mehrere Polizisten.

In Mossul tötete ein zweiter Selbstmordattentäter nach Informationen aus Sicherheitskreisen zehn Menschen, als er eine Autobombe vor dem Büro der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) zündete. 18 Menschen erlitten Verletzungen bei dem Anschlag auf das Büro der Partei, deren Vorsitzender der Präsident der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, Massoud Barsani, ist.

Attentat in Restaurant
Ein weiterer Attentäter sprengte sich in einem Restaurant in Bagdad mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. Laut Polizei tötete er acht Menschen und verletzte 14 weitere Besucher des Restaurants. Das Lokal liegt im Stadtviertel Karrade Mariam in der Nähe der so genannten Grünen Zone, in der das Regierungsgebäude und die US-Botschaft liegen.

Autobombe nahe der Botschaft
Bei der Explosion einer Autobombe nahe der iranischen Botschaft wurde ebenfalls ein Mensch getötet. Der Sprengsatz sei auf dem Parkplatz gegenüber der Vertretung explodiert, teilte die Polizei mit. Vier Menschen seien verletzt worden. Das Gebäude sei nicht beschädigt.

Die US-Armee berichtete unterdessen, amerikanische Soldaten hätten bei Razzien im West-Irak und nördlich von Bagdad 19 mutmaßliche Extremisten festgenommen.

US-Botschafter: "Kommenden Monate entscheidend"
Der US-Botschafter in Bagdad bezeichnete unterdessen die kommenden Monate als "entscheidend" für die irakische Regierung. Es sei dringend notwendig, dass die politische Führung des Landes wichtige Gesetze zur Machtteilung auf den Weg bringe, sagte Ryan Crocker auf seiner ersten Pressekonferenz seit seiner Ankunft in Bagdad Ende März. Crocker sagte, der Sicherheitsplan für Bagdad verschaffe der Regierung möglicherweise mehr Zeit. Letzten Endes sei aber eine politische Verständigung unter den Irakern unerlässlich. Die Bedeutung der Gesetzesänderungen für die Versöhnung unter den Bevölkerungsgruppen hatte kürzlich auch US-Verteidigungsminister Robert Gates bei einem Besuch in der irakischen Hauptstadt betont.

Die Streitkräfte der USA wollen indes die Maßnahmen zur Sicherung eines sunnitischen Viertels in Bagdad erneut prüfen. "Die Regierung des Irak und die multinationalen Streitkräfte stimmen überein, dass wir die Menschen im Irak schützen müssen", erklärte Militärsprecher Christopher Garver. Nach einem Baustopp durch den irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki für die Mauer um die sunnitische Enklave werde nun erneut geprüft, wie die Sicherheit am wirksamsten gewährt werden könne. Maliki hatte am Vortag in Kairo gesagt, er sei "gegen die Mauer, und ihr Bau wird gestoppt werden". Das Sunniten-Viertel Adhamiya liegt als Enklave im schiitischen Ostteil Bagdads und gilt daher als besonders gefährlicher Ort. Die US-Armee will nach eigenen Angaben mit der Mauer verhindern, dass sunnitische Extremisten von dort aus Schiiten in den umliegenden Vierteln angreifen und umgekehrt.

(apa/red)