Musiklegende tot von

Große Trauer um Udo Jürgens

Familie, Fans und Musikerkollegen zeigen sich tief bestürzt über plötzlichen Tod

  • Bild 1 von 20 © Bild: imago stock&people

    1960

    Udo Jürgens mit seinem Sohn Johnny, Mitte der 1960er Jahre

  • Bild 2 von 20 © Bild: imago stock&people

    1965

    Udo Jürgens 1965

Familie, Freunde und Fans können es kaum fassen: Die Musiklegende Udo Jürgens ist tot. Im Alter von 80 Jahren ist der Entertainer am Sonntagnachmittag bei einem Spaziergang in Gottlieben im Schweizer Kanton Thurgau zusammengebrochen und später im Krankenhaus verstorben. Die Trauer um Udo Jürgens ist groß. "Ich kann nicht fassen, dass es so plötzlich passiert ist", sagt sein Bruder, der Maler Manfred Bockelmann.

Die Nachricht sei "ein großer Schock für die Familie". Mehr könne er zunächst nicht zum Tod seines Bruders sagen, sagte der 71-jährige Künstler, der mit seiner Familie in Kärnten lebt. Jürgens hatte Manfred Bockelmann mit seinem Lied "Mein Bruder ist ein Maler" 1977 ein Denkmal gesetzt.

Ort und Zeit für Beerdigung noch unklar

Noch ist völlig unklar, wo und in welchem Rahmen der Entertainer beigesetzt wird. "Es ist zu früh. Wir wissen es noch nicht", sagte ein Sprecher seines Managements am Montag. Der Kärntner hatte in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz gelebt. Dort war er am Sonntag bei einem Spaziergang in Gottlieben am Bodensee im Beisein seines Fahrers gestorben.

Jürgens hatte am Bodensee eine Wohnung, in der er auf den Einzug in das neue Haus am Zürichsee wartete. Das erworbene Anwesen wird umgebaut. Jürgens wollte im Frühjahr einziehen. Der Tod des beliebten Entertainers, der gerade auf seiner 25. Tournee war, hat große Bestürzung ausgelöst.

Prominente trauern um Legende

Auch prominente Musikerkollegen haben sich bestürzt über den Tod des 80-Jährigen gezeigt. Der Sänger Udo Lindenberg schreibt auf seinem Twitter-Account: "Bin tief geschockt."

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw (54) erinnert sich nach dem plötzlichen Tod von Udo Jürgens tief beeindruckt an den Musiker. "Er war ein großartiger Künstler und ich fand, auch ein großartiger Mensch", sagte Löw am Rande der Wahl der "Sportler des Jahres" am Sonntagabend in Baden-Baden. "Er hatte viel zu erzählen und viel zu sagen."

Tennis-Legende Boris Becker zeigte sich via Twitter schockiert:

Gerade in London am Flughafen erfahren ,dass #UdoJürgens heute von uns gegangen ist ...könnte es zuerst nicht glauben ...RIP. mein Freund

— Boris Becker (@TheBorisBecker) 21. Dezember 2014

Wurst: "Du warst ein großartiger Künstler"

Österreichs Song-Contest-Gewinnerin Conchita Wurst hat sich ebenfalls via Twitter zutiefst betroffen über den Tod von Udo Jürgens geäußert. "Du warst ein großartiger Künstler - Merci!", schrieb die erste heimische Song-Contest-Siegerin seit dem Triumph von Udo Jürgens. Dieser hatte 1966 mit "Merci, Cherie" den Grand Prix nach Österreich geholt, Conchita Wurst gewann heuer im Mai mit "Rise Like a Phoenix".

Für ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz war Jürgens "eine historische Persönlichkeit", für ORF-Programmchefin Kathrin Zechner hinterlässt die traurige Nachricht "einen tiefen Schmerz".

Politiker über Tod betroffen

Bundeskanzler Werner Faymann hat sich tief betroffen vom Ableben Udo Jürgens' gezeigt. "Jürgens war nicht nur ein Botschafter Österreichs in der Welt, sondern hat auch stets politische Haltung bewiesen, indem er sich immer für die Demokratie stark gemacht und nie seine Heimat Österreich vergessen hat", so Faymann. Er habe Jürgens versichert, dass Österreich stolz auf ihn sei.

"Udo Jürgens war ein großer Österreicher und ein musikalischer Botschafter unseres Landes", heißt es in der Mitteilung Faymanns weiter. Der Tod von Jürgens hat auch auf präsidialer Ebene Wirkung gezeigt. "Ein plötzlicher Tod hat einen großen Künstler mitten aus dem Leben gerissen und uns fassungslos zurückgelassen", sagte Bundespräsident Heinz Fischer am Montag. Jürgens habe den Gefühlen und Hoffnungen von Millionen Menschen Ausdruck verliehen. "Er war ein großer Österreicher und hat Musikgeschichte geschrieben."

Auch von weiteren Politikern gab es Trauerbekundungen:

ÖVP-Kultursprecherin Maria Fekter sagte, mit dem Tod von Udo Jürgens verliere Österreich "heute einen seiner größten Musiker und Entertainer". FPÖ-Chef Strache gab sich "tief erschüttert" und sagt, Jürgens habe sich in die Herzen aller Österreicher gesungen. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser schrieb, dass der Entertainer "Kärntens bekanntester Botschafter" gewesen sei. "Seine Lieder sind ohne Ablaufdatum."

Fans trauern im Netz

In den sozialen Medien ist die Trauer um die verstorbene Musiklegende ebenfalls überwältigend groß. Viele posten Kondolenzwünsche und Videoclips von Udos unvergesslichen Liedern:

Schweizer und Deutsche Blätter voller Hommagen

"Merci, Udo", titelt die Schweizer Boulevardzeitung "Blick" und räumte die Frontseite für ein ganzseitiges Bild des populären Musikers. "Die Welt muss Abschied nehmen von einem der letzten großen Entertainer".

"Mitten aus dem Leben gerissen", heißt die Schlagzeile beim Schweizer "Tages-Anzeiger". Anspielungen auf den Titel seiner gerade abgeschlossenen Tournee "Mitten im Leben" machen viele Zeitungen und Websites.

"Abschied von einer Musiklegende", verkündet die "Neue Zürcher Zeitung" nüchtern auf ihrer Titelseite. "Das Ende einer unaufhörlichen Melodie", schreibt die "Basler Zeitung". "Seine Lieder bleiben", heißt es auf SRF.ch. Das Schweizer Fernsehen SRF sendete am Sonntagabend einen Dokumentarfilm zu Udo Jürgens anstelle eines Best of-Zusammenschnitts der Satiresendung "Giacobbo/Müller".

"Keiner beherrschte die Kunst besser, dem deutschen Schlager Tiefgang zu geben. Keiner stand zugleich so über diesem Genre. Udo Jürgens war die Größe in der Branche, die doch sonst so von Oberflächlichkeit lebt", schreibt "Spiegel online".

"Merci dem Mann am Klavier", titelt Welt.de. Eine stilbildende Art Lied habe er entwickelt, das Udo-Jürgens-Lied. "Er sang über unsere Hoffnungen, weil er sie teilte", hieß es auf Sueddeutsche.de.

Kommentare

Helmut Lissy

Du warst stets ein Vorbild für mich. Ich bin geschockt und traurig. Mein tiefes Mitgefühl für seine Familie. Ruhe in Frrieden.

Praetorianer

traurig für alle ...aber für ihm super so schnell gegangen zu sein...nur jetzt ist er Botschafter des Landes etc....in den 70er Jahren war er der Buhmann der Steuersünder der in die Schweiz geflohen ist....ja so ist es....wennst abkratzt bist dann der super Held der Nation......vorher der Arsch der Nation.....

Seite 1 von 1