Song Contest von

Udo Jürgens: "Wie ein
Aufschrei nach Freiheit"

Conchita Wurst-Vorgänger freut sich "in diesem Fall besonders" über Nachfolge-Sieg

Song Contest - Udo Jürgens: "Wie ein
Aufschrei nach Freiheit" © Bild: imago/APress

Mit "Merci Cherie" hat Udo Jürgens 1966 Europa verzaubert und erstmals den Song-Contest-Sieg nach Österreich gebracht. 48 Jahre später macht es ihm Conchita Wurst gleich und holt die Krone mit der Powerballade "Rise Like A Phoenix". "Ich hätte mich für jeden gefreut", sagte Jürgens nun im APA-Gespräch. "Aber ich freue mich in diesem Falle besonders, gerade weil sich so viele aufgeregt haben."

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Der österreichische Entertainer, der heuer seinen 80. Geburtstag feiert, wollte sich ursprünglich nicht zum Song Contest äußern, habe er das doch laut seinem Manager "seit 1966 bereits zur Genüge getan". "Doch dieses Jahr ist es sehr interessant, was da passiert ist", meinte Jürgens in Bezug auf "den Wirbel, der um die Person Wurst entstanden ist". Ausfälligkeiten vonseiten Politiker östlicher Länder, aber auch innerhalb Österreichs seien "sehr aufschlussreich" gewesen. "Wie ich diesen Druck gespürt habe, der da auf sie ausgeübt wird, ist meine Sympathie gestiegen. In dem Moment wurde mir klar, dass sie große Chancen hat, und das vielleicht sogar gewinnen wird."

"Sowas ist man ja nicht gewöhnt"

Auch er sei anfangs erschrocken gewesen, als er die von Tom Neuwirth kreierte Kunstfigur Conchita Wurst erstmals in der Zeitung gesehen habe, "sowas ist man ja nicht gewöhnt, eine Frau mit Bart". Auftritte und Aussagen Wursts in der Öffentlichkeit hätten ihn aber überzeugt. "Sie hat das gut gemacht, war glaubwürdig und ernsthaft, und hat am Schluss auch noch ein Statement für Frieden und Zusammengehörigkeit abgegeben", sagte Jürgens. "Das hat mir gefallen. Ob sie einen Bart hat oder nicht, ist letztendlich überhaupt nicht wichtig. Man sollte Menschen so anerkennen, wie sie sind."

Conchita Wurst gewinnt den Song Contest
© Reuters/Schwarz Auch Udo Jürgens war anfangs erschrocken über die Wurst

Viel Toleranz

"Europa hat viel Toleranz gezeigt", so Jürgens, der sich vor allem über die Höchstpunkteanzahl aus katholischen Ländern wie Spanien und Irland freute, "von denen ich es wirklich nicht erwartet hätte". "Mir kam das vor wie ein Aufschrei nach Freiheit."

Jürgens rechnet bereits mit Anfrage für 2015

Die Austragung des 60. Song Contests in Österreich im nächsten Jahr sei nun jedenfalls "eine große Aufgabe, die der ORF sich da aufgehalst hat, zumal sie so knausrig mit Geld sind oder gar kein Geld haben". Abgesehen davon habe sich seit 1966 viel verändert, "diese Irrsinnssummen, die mittlerweile dafür ausgegeben werden, sind einfach idiotisch". Er rechnet jedenfalls damit, dass man ihn für den Event 2015 "in irgendeiner Form sicherlich anfragt". "Aber das muss man alles abwarten."

Kommentare

Okay,nachdem sich das Erfolgsrezept so gut bewährt hat,frage ich mich nur: Wen schicken wir als nächstes zum Songcontest ?
Den Alfons Haider ? Oder vielleicht besser einen Mann mit Titten ?

Häää? Warum wundert es Herrn Jürgens dass aus so katholischen Ländern so viele Punkte für den Wurscht kommen? Mich wundert das überhaupt nicht. Die Pfaffen sind doch selber alle........ach lassen wir das. Unserer ist es nicht, er hat schon 2 Kinder mit seiner Haushälterin, einfach symphatisch.

Udo Jürgens ist nur mehr zum Schämen! Zuerst erklärt er (lt.APA), dass er mit dem ESC fertig ist.Kaum ist die Wurscht aus dem Sack und der Sieg für Österreich da, dann ist plötzlich alles bestens.
Solche Menschen sind zum Schämen. Entweder steh ich zu Conchita Wurst oder nicht. Erst nach demSieg zu ihr zu stehen, ist schäbig!!

Gesang und Auftreten ist Kunst und Kunst ist frei.
Wie man auftritt und was man darbietet liegt im Ermessen der Künstler.
Was abzulehnen ist: Menschen, die womöglich jahrelang im "falschen" Körper gelitten haben, sich womöglich medizinische Eingriffe nicht leisten können und Schwule bei einem internationalen Wettbewerb "vertreten" zu wollen und dann in einem Aufwaschen kund zu tun: "Ich werd wahrscheinlich wieder als Mann auftreten..."
Missbrauchen Sie nicht Menschen mit berührenden menschlichen Schicksalen Herr Neuwirth zu Ihrem persönlichen künstlerischen Aufstieg!
Im übrigen finde ich die Politisierung eines Gesangwettbewerbs und die folglichen Aussagen russischer Politiker dazu sehr entbehrlich!

Wolfgang 69
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Sido fand Conchita auch nur mittelmässig. Komischerweise keinem einzigen Zeitschrift aufgefallen oder einen Artikel wert - laut Televoting (Anrufe, SMS) hat Conchita auch in Deutschland gewonnen, Platz 1! Aber durch das Jurorenvoting gabs "nur" 7 Punkte. Alle Bewertungen aus Deutschland sind sehr nahe beinander (abgesprochen?) und Sido war in der Jury... siehe offizielle Eurovisions Homepage.

Izmir-Ibel
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Jo mei! Unsere Jury hat Deutschland auch zurückgereiht, obwohl lt. Televoting auf Platz 5. Thats Life. Da finde ich Länder wie Aserbaidschan interessanter, da wäre CW lt TV 3., lt. Jury 23/24.
Und die Französische Jury hatte CW auch ganz vorne, bis auf Boris Bergmann, Jahrgang 44. Hihi

eibischzuckerl melden

Eigentlich sollte es beim ESC um das beste Lied gehen (das aber nicht von Wurst gesungen wurde).Leider geht es schon seit Jahren nur um Politik, Stimmenschacherei und seit gestern auch um Toleranz, aber nur in der Showbranche....

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