U20-WM in Kanada: Erwin Hoffer will sein
U19-EM-Trauma in Übersee überwinden

Stürmer: "Eine große Chance, mich zu präsentieren"

Erwin Hoffer hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich die österreichische Fußball-U20-Auswahl für die WM in Kanada qualifiziert hat. Der Rapid-Stürmer erzielte in den drei U19-EM-Gruppenspielen vier der insgesamt sieben ÖFB-Tore und ermöglichte seiner Truppe damit den Kanada-Trip und den Semifinal-Einzug.

In der Vorschlussrunde fehlte der 20-Jährige aber, weil er in der letzten Gruppenpartie gegen Belgien seine zweite Gelbe Karte gesehen hatte. "Auf der Fahrt vom Stadion zum Hotel hat er geheult wie ein Schlosshund", erinnerte sich Teamchef Paul Gludovatz, dessen Mannschaft ohne Hoffer im Semifinale 0:5 gegen den späteren Turniersieger Spanien unterging.

Mittlerweile sind die Tränen vertrocknet, und Hoffer will seine Qualitäten nun nicht nur auf europäischer Ebene unter Beweis stellen, sondern der ganzen Welt zeigen. "Ich bin angespannt, aber vor allem bin ich extrem motiviert. Wenn ich sehe, welche späteren Weltklasse-Fußballer schon bei einer U20-WM dabei waren, dann ist das eine sehr große Ehre für mich, ebenfalls teilnehmen zu dürfen." Einen Achtelfinal-Einzug hält er für möglich. "Wir sind eine Mannschaft, die sehr kompakt steht. Entscheidend wird sein, ob wir unsere Torchancen nutzen können."

"Es kommt auf jeden einzelnen Spieler an"
Mit 31 Einsätzen und 19 Toren in den verschiedenen ÖFB-Jugendauswahlen ist Hoffer so etwas wie der Star der Mannschaft, auch wenn er davon nichts wissen will. "In Kanada kommt es auf jeden einzelnen Spieler an, sonst wird es ganz, ganz schwer", betonte der Rapidler.

In der Position als zentraler Stürmer fühlt er sich offenbar wohl, wie auch sein Doppelpack beim 6:1 gegen Ried und das Tor beim 1:1 im jüngsten Testspiel gegen die Austria Amateure beweisen. In Kanada warten aber in Kongo, dem Gastgeber und Chile andere Kaliber. "Wir dürfen unsere Gegner nicht unterschätzen. Wenn wir das beherzigen, dann ist eine Achtelfinal-Teilnahme realistisch."

Vier Spieler mit A-Team-Erfahrung
Hoffer ist neben Veli Kavlak, Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl einer von vier Spielern mit A-Team-Erfahrung. Am 2. Juni feierte der flinke Angreifer, der im Vorjahr zu Rapid gekommen war und in 21 Liga-Partien 4 Treffer schoss, im Hanappi-Stadion gegen Paraguay sein Debüt und bot dabei eine starke Leistung.

Mit ähnlichen erfolgreichen Darbietungen könnte er sich weiter für Teamchef Josef Hickersberger empfehlen. "Ich sehe das Turnier in Kanada auch als eine große Chance, mich zu präsentieren", meinte der Rapidler, für den nach der WM große Aufgaben auf Club-Ebene anstehen: Er muss sich bei Trainer Peter Pacult einen Stammplatz erkämpfen, sonst wird es wohl nichts mit der angestrebten EURO-Teilnahme. Vorläufig ist es aber für Hoffer ohnehin "das Größte, bei einer U20-WM dabei zu sein".

(apa/red)