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"Gefühlte Niederlage"

Nach 0:0 zum Auftakt: ÖFB-Kicker hadern mit mangelnder Chancenauswertung

u20-wm - "Gefühlte Niederlage" © Bild: APA/EPA/Maldonado

Die meisten österreichischen Fußball-U20-Kicker sind mit hängenden Köpfen aus dem Stadion geschlichen. Die Enttäuschung über den verspielten Sieg zum Auftakt der WM war spürbar, der Gewinn eines Punktes spendete den ÖFB-Junioren nicht wirklich Trost.

"Wenn man so viele Chancen vergibt, verliert man normalerweise sogar", ärgerte sich Robert Gucher, nachdem seine Kollegen einige Sitzer ausgelassen hatten. "Jetzt hoffe ich, dass wir diese gefühlte Niederlage so schnell wie möglich aus den Köpfen bringen."

Robert Zulj, der die wohl größte Möglichkeit ausließ, zeigte sich zerknirscht. "Diese Chance muss ich einfach machen", sagte der Ersatzmann des verletzten Marco Djuricin. Der Ried-Spieler erklärte sein zweimaliges Scheitern aus kurzer Distanz am Panama-Goalie auch mit der Anspannung. "Es kann sein, dass Nervosität eine Rolle gespielt hat."

Heraf: "Sie waren nicht gut"
ÖFB-U20-Teamchef Andi Heraf ließ Nervosität als mögliche Erklärung für die Abschlussschwäche allerdings nicht gelten. "Es ist nicht an den Nerven gelegen, sonst hätte es im Spielaufbau mehr Fehler gegeben." Die Leerläufe in der Anfangsphase erklärte der Ex-Internationale mit einem bei jedem Turnierstart üblichen Abtasten. "Wir wussten ja nicht wirklich, wie Panama spielen würde."

Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Mittelamerikaner zumindest an diesem Abend weit weniger stark waren als befürchtet. "Sie waren nicht gut, als gesamtes Team schlechter als erwartet", sagte Heraf, der seiner Mannschaft außer der Chancenauswertung nichts vorwirft.

Elferalarm kurz vor Schluss
Im Mittelpunkt stand zehn Minuten vor Schluss der Salzburger Georg Teigl, als er nach einem Zweikampf im Strafraum zu Fall kam und anschließend wegen einer vermeintlichen Schwalbe die Gelbe Karte sah. "Er hat mich berührt. Ich hätte nicht fallen müssen, aber eine Gelbe Karte war es sicher nicht", erklärte der Niederösterreicher und trauerte ebenfalls einem Sieg nach. "Panama war nicht gut, daher sind es zwei verlorene Punkte."

Dennoch gab es auch positive Erkenntnisse - schließlich war das ÖFB-Team den Mittelamerikanern trotz hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit haushoch überlegen. "Wir waren auf die klimatischen Bedingungen super eingestellt. Panama ist am Schluss eingegangen, nicht wir", betonte Gucher.

Angesichts der Gewissheit, physisch auf Top-Niveau zu sein, ließ sich für Michael Schimpelsberger der verpasste Sieg leichter verschmerzen. "Wir können trotz der zwei verlorenen Punkten nicht unzufrieden sein, vor allem wenn man gesehen hat, wie fit wir trotz dieses Klimas sind", sagte der Kapitän.

Glaube ans Achtelfinale bleibt
Der Glaube des Rapid-Verteidigers an den Achtelfinal-Einzug wurde durch die Nullnummer nicht erschüttert. "Wir haben es bisher immer auf den letzten Drücker geschafft und werden es auch diesmal schaffen", beteuerte Schimpelsberger. Sein Team hatte im Vorjahr in der letzten Qualifikations-Partie das Ticket für die U19-EM-Endrunde gelöst und dort im letzten Match die WM-Teilnahme fixiert.

So wie damals in Frankreich wird wohl auch diesmal in Kolumbien ein Sieg im abschließenden Match benötigt, in dem am Donnerstag (Ortszeit) Ägypten als Gegner wartet. Vorher geht es in Gruppe E am Montag (Ortszeit) in Barranquilla gegen Brasilien.