Plech beteuert Unschuld

Immobilienmakler entschlägt sich wegen Verfahren gegen ihn mehrmals der Aussage

von U-Ausschuss Korruption - Plech beteuert Unschuld © Bild: APA/Schlager

Plech war zum Zeitpunkt der Privatisierung Aufsichtsratspräsident der Bundeswohnbaugesellschaft Buwog, eingesetzt von Grasser. Dessen Freund Walter Meischberger und Geschäftspartner Peter Hochegger kassierten beim Verkauf der Bundeswohnungen 9,9 Mio. Euro Provision, weil sie dem siegreichen Konsortium rund um Immofinanz und Raiffeisen Landesbank Oberösterreich einen entscheidenden Tipp über die Höhe des Kaufpreises gaben. Die Staatsanwaltschaft prüft nun den Verdacht, auch Grasser und Plech könnten dabei mitgeschnitten haben. Neun Beschuldigteneinvernahmen hat Plech in der Causa bereits hinter sich gebracht, eine weitere durch die Finanzbehörden wurde für den U-Ausschuss verschoben, um eine Terminkollision zu vermeiden.

Zeichnungsbrechtigter eines Provisionskontos
Plech bestritt im Ausschuss die gegen ihn gerichteten Vorwürfe: Er will erst im Jahr 2009 von dem Provisionsgeschäft erfahren haben, als ihm Meischberger nach und nach gestanden habe, was damals abgelaufen sei. Warum er dann als Zeichnungsberechtigter eines jener Konten aufscheint, auf dem Teile der Provision später landeten, wollte Plech im Ausschuss nicht beantworten. Zuletzt hatte sich Plech damit gerechtfertigt, dass das bei einer Bank in Liechtenstein 2005 eingerichtete Nummernkonto "Karin" in Wahrheit Meischberger zuzurechnen sei. Schriftliche Treuhandverträge wurden erst später erstellt und rückdatiert. Wann sie tatsächlich verschriftlicht wurden, wollte Plech auch im Ausschuss nicht sagen, "weil ich der Urkundenfälschung beschuldigt werde".

"Wir" ist nicht gleich "wir"
Außerdem betonte Plech, gar nicht in die Vergabekommission zur Buwog-Privatisierung involviert gewesen zu sein. Aus im Ausschuss zitierten Telefonüberwachungsprotokollen geht allerdings hervor, dass sich Plech noch im Jahr 2010 intensiv mit Meischberger darüber beraten hat, wie man von dessen Kompagnon Hochegger einen noch ausständigen Teil der Provision einfordern könne. Plech begründete dies freilich nur mit seinem freundschaftlichen Verhältnis mit Meischberger: "Das Wort 'wir' impliziert nichts anderes, als dass ich ihn bei einer eventuellen Klagsforderung unterstützen würde."

Auch dass er - wie von Grassers früherem Kabinettsmitarbeiter Michael Ramprecht behauptet - geholfen hätte, den Auftrag zur Abwicklung der Buwog-Privatisierung an die Investmentbank Lehman Brothers zu manipulieren, wies Plech zurück. Ramprecht hatte angegeben, Plech hätte ihm vor der letzten Sitzung der Vergabekommission am 6. September 2002 den Auftrag Grassers überbracht, eine Entscheidung für Lehman und gegen den österreichischen Konkurrenten CA-IB herbeizuführen. Plech wies das zurück und betonte, dass ohnehin eine Mehrheit der Kommission für die US-Investmentbank gewesen sei: "Wozu soll ich ihm sagen, der Minister will Lehman, wenn es schon Lehman ist?"

"Verkehrt protokolliert worden"
Dass aus dem Protokoll der Vergabekommission noch am 5. September eine Mehrheit für die CA-IB ablesbar ist, führt Plech auf ein Missverständnis zurück. Lehman sei klar in Führung gelegen, daher habe man in der Sitzung nur über den Zweitplatzierten gesprochen - also die CA-IB. Und dass er laut diesem Protokoll ebenfalls die CA-IB in Zusammenarbeit mit einem internationalen Partner präferierte, bezeichnete Plech als Protokollfehler. Er habe gesagt, dass Lehman die CA-IB an Bord nehmen sollte: "Ich habe das so gesagt, es ist nur offensichtlich verkehrt protokolliert worden."

Verteidigt wurde die Vergabe an Lehman Brothers im Anschluss auch von WU-Professor Stefan Bogner, damals einer von drei von der Kommission beigezogenen Experten. Warum Lehman Brothers die CA-IB in weiterer Folge allerdings als Subunternehmer beauftragte, konnte auch er sich nicht erklären. Bogner betonte, Lehman wäre selbstverständlich in der Lage gewesen, den Auftrag selbst abzuwickeln.

Kommentare

Leistungsträger Natürlich hat Plech kein Honorar bekommen, schließlich ist er ein Ehrenmann - oder doch nur ein Ehemann? Egal. Jedenfalls ist er ein Leistungsträger dieser Gesellschaft un im Besitz einer Unschuldsvermutung.
http:gedankenstrich-franzjosef.blogspot.com

Schweigen bis in den Tod ? Klingt fast nach Mafia-Manier. Wenn einer aus den Reihen dieser Filz-Partie umfällt dann fallen alle anderen auch. Nur eine Frage der Zeit bis einer die Nerven wegschmeißt. Aber wir hatten in der Vergangenheit auch schon Fälle, wo vermeitlicher Suizid der letzte Ausweg war um das Netzwerk nicht zu zerstören. Daher sollten Staatsanwaltschaft und Polizei auch bedacht darauf sein, dass ihnen keiner auf diesem Weg entkommt.

Entschlage Mei muss der Dreck am Stecken haben, wie oft der gesagt hat \'Entschlage mich der Aussage\' und Alzheimern tut er auch schon, weiss nix von stundenlagen Anwaltsterminen 2009 und was er dort gemacht hat. Der verarscht doch alle, sogar den U-Ausschuss der feine Herr Kommerzialrat. Wer ihm wohl den Titel verliehen hat???????

Entschlage mich der Aussage :-) Die Argumentation von Plech beim zig-mal entschlage mich der Aussage. Er habe sich bedingt durch das verlängerte Wochenende nicht mit Grasser und Hochegger absprechen können. Was sagt man Dazu??? Der hat sie wohl nicht mehr alle. Ab in den Häfn mit dem Gesöcks

Haha von wegen Großbetriebsprüfung Der Plech wird doch wohl einen Steuerberater haben, und nicht selber die ganze Zeit bei der Prüfung anwesend sein müssen. Außerdem hat der doch, wenn man die Chatrooms verfolgt, schon seit Jahren ein Steuerprüfungsverfahren, wieso muss er dann genau heute dabei sein. Höchstens seine Umsätze (aus welchen Kanälen auch immer) sind so gewachsen, daß es jetzt unter die GROSSBETRIEBE fällt.
Ich glaube eher, der wartet was die anderen Aussagen und seine Aussage dann anpassen zu können.

wenn er so aussieht ... dann haben ihn die Sorgen schon sehr belastet. Kann ich mir auch nachvollziehbar vorstellen. Bei der Masse an Vorwürfen und dem Wissen, das er mit sich trägt, würde ich auch nicht mehr ruhig schlafen. Vor allem schon deswegen nicht, weil für ihn nicht mehr kalkulierbar ist, wann einer der Beteiligten die Nerven verliert und die Wissensquelle schliesst. Das Einzige, was ihm noch helfen kann, ist das Auspacken und die Kronzeugenregelung in Anspruch zu nehmen. In weiterer Folge eine Gesichtsoperation und eine neue Identität - und dann abtauchen und unsichtbar bleiben. So hat er sich das sicherlich auch nicht vorgestellt.

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