U-Ausschuss zur Korruption von

Nemsic leugnet Wissen

Ex-Telekom-Boss bestreitet Vorwürfe bei Kursmanipulation. Wirbel um Petzner

U-Ausschuss zur Korruption - Nemsic leugnet Wissen © Bild: APA/Fohringer

Der frühere Telekom Austria-Generaldirektor Boris Nemsic hat im Korruptions-Untersuchungsausschuss des Parlaments entschieden bestritten, dass er von der Manipulation des Telekom-Aktienkurses zur Auslösung eines Boni-Programms für 100 Telekom-Manager irgendetwas gewusst habe. Er sei in dieser Februar-Woche im Jahr 2004 bei der Handy-Messe in Cannes gewesen, erklärte er.

Die von ihm erzielten 160.662,20 Euro netto aus dem Aktien-Optionsprogramm habe er im August 2011 als erster der Betroffenen auf ein Treuhand-Konto gelegt - noch bevor die Telekom alle Manager, die vom Optionenprogramm profitiert hatten, dazu aufgefordert hatte. "Ich will einen auf diese Art erhaltenen Bonus nicht haben", betonte Nemsic am Donnerstag bei der Befragung durch die Abgeordneten. Von der Justiz wird Nemsic in dieser Causa neben anderen Ex-Vorständen und dem Lobbyisten Peter Hochegger als Beschuldigter geführt.

Nemsic war im Ausland
Das Optionenprogramm war nach Angaben von früheren Telekom-Managern durch eine Kursmanipulation ausgelöst worden. Während jener Woche, als am 26. Februar 2004 kurz vor Börseschluss der Kurssprung der Telekom-Aktie über die vereinbarte Schwelle von 11,70 Euro passierte, sei er in Frankreich gewesen, sagte Nemsic. Auch nach seiner Rückkehr sei der Verdacht auf Kursmanipulation, der zu einer - erfolglosen - Untersuchung der Finanzmarktaufsicht geführt hatte, in den Vorstandssitzungen nicht thematisiert worden. Nemsic war von Mai 2006 bis Ende März 2009 Generaldirektor der Telekom Austria. Zuvor war er Chef der Mobilkom.

Wirbel um Petzner
Im Zuge der Befragung von Nemsic kam es zu einem teils lautstarken Wirbel um den BZÖ-Abgeordneten Petzner. Petzner hielt Nemsic vor, dass er als einziger der betroffenen damaligen Telekom-Manager bereits bevor das Optionenprogramm durch den Kurssprung ausgelöst wurde, schriftlich der Telekom mitgeteilt hatte, in welcher Form er seinen Gewinn lukrieren wollte. Abgeordnete anderer Fraktionen hielten daraufhin Petzner vor, dass er nicht vollständig zitiert habe. Auch Ausschussvorsitzende Gabriela Moser griff ein.

In dem von Petzner vorgehaltenen Dokument, das Nemsic offenbar am 24. Februar 2004 unterschrieben von Cannes nach Wien faxte, legte er sich für eine Variante der Auszahlung des Stock-Option-Programms fest. Darin war eine "allfällige Kursentwicklung der Telekom" erwähnt - was Petzner in seinem Vorhalt aber nicht erwähnte. Datiert ist das Schreiben mit 25. Februar, am 26. Februar war der Stichtag für die Kursentwicklung.

Fischer schweigt zu Sponsoring-Wünschen
Michael Fischer, ehemaliger ÖVP-Organisationsreferent und mittlerweile beurlaubter Public Affairs-Manager der Telekom, ist danach im Zusammenhang mit möglicher Parteienfinanzierung Richtung ÖVP befragt worden. Als Beschuldigter entschlug er sich der Aussage zur Frage nach finanziellen Wünschen, die von Parteien an ihn herangetragen worden sein könnten. Petzner warf Fischer vor, dass sich Beschuldigte in der Causa Telekom im Rahmen eines Stammtisches absprechen würden - was Fischer zurückwies.

In seinem Eingangsstatement beklagte Fischer, dass er keine Akteneinsicht gehabt habe und er deshalb die detaillierten Vorwürfe nicht kenne. Mit dieser Argumentation entschlug er sich auch der Aussage, als er nach Sponsoring-Wünschen von Parteien gefragt wurde. Fischer war von 1996 bis 1999 für Marketing und Organisation in der ÖVP zuständig, von 2000 bis Mitte 2007 war er Bundesorganisationsreferent der Volkspartei. Sein Arbeitsspektrum bei der Telekom sei relativ weit gewesen, er sei Schnittstelle auch zu allen anderen Parteien und zu Interessensvertretern gewesen. Unter anderem gab Fischer auch an, für strategische Events zuständig gewesen zu sein. Von Vorständen sei öfter der Wunsch nach Veranstaltungen gekommen, bei denen sie bestimmte Leute dabei haben wollten.

Kommentare

Pandemie Alarm ? Vergessen haben, nix wissen, Erinnerungslücken, Verdrängung, Demenz, Alzheimer ? Vielleicht sollte die Weltgesundheitsorganisation Österreich und insbesonders Politiker und Manager ehemaliger und aktueller staatsnaher Betriebe unter Quarantäne stellen angesicht der Häufung dieser Fälle ?

Ignaz-Kutschnberger

wie istn der überhaupt Telekom-Chef worden??? ja, der weiß sicher NIX...der war ja schon immer AHNUNSLOS :-)

King_Salomon melden

weniger Juristenschmus - mehr und kürzere Gerechtigkeit wir bringen diese Gesellschaft mit dem krampfhaften Herausfindenwollen von was war und warum an den Abgrund des Erträglichen. Hängt diese Gauner einfach auf, unabhängig davon, was her Kopf nun meint. Die Justiz möge sich doch nicht mit solchen Kleinigkeiten wie 10.000 € beschäftigen sondern die großen Summen suchen. Das alleine disqualifiziert ihn als Abgeordneten und Vertreter unseres Volkes. Wer auch immer jetzt seine Stimme erhebt sollte genau aufpassen, was er sagt. Die Sensibilität der Bevölkerung ist geschärft und nicht mehr bereit, diesen Müll hinzunehmen!

RobOtter
RobOtter melden

@King_Salomon Icch denke Du überschätzt den Willen zur Revolution in Österreich stark. Die Österreicher lassen sich noch viel mehr gefallen.....

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