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Gefangen in der Endlosschleife

Twitter ermöglich Selbst-Retweets: Warum das alles noch besser macht

Daniel Steinlechner © Bild: NEWS

Auf Twitter kann man sich jetzt selbst retweeten. Man kann also kluge Beiträge, oder – wohl sehr viel häufiger – solche, die man dafür hält, dem geneigten Publikum erneut zumuten. Was zuerst einmal schlecht klingt, hat Vorteile. Jetzt, während der Fußball-EM, wiederholen sich nämlich besonders viele Inhalte, beispielsweise Witze. „Kennt ihr den? A: Heute spielt Österreich-Ungarn. B: Gegen wen?“ Ja, den kennen wir schon! Witze, die älter sind als das Telegrafennetz, werden trotzdem unendlich oft wiederholt. Es geht offenbar nicht darum, dass jeder die Inhalte kennt, es muss sie jeder auch selbst mitteilen.

Da ist die neue Twitterfunktion praktisch. Denn eine deutsche Studie zum Surfverhalten fand heraus, dass unter 30-Jährige bereits 98 Minuten am Tag damit verbringen, Nachrichten zu tippen, und nur 76 Minuten damit, Inhalte im Netz anzusehen. Zeit wird also kostbar, und die neue Funktion hilft beim Sparen. Man verzichtet aufs erneute Eintippen und zitiert sich einfach selbst. Irgendwen wird es schon interessieren. Sicherheitshalber kann man den Beitrag ja nochmals retweeten.

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