Twitter bringt Nutzer nicht zum zwitschern: 0,05 Prozent sorgen für Hälfte aller Tweets

Klassische Massenmedien dominieren auf Twitter Jack Dorsey ist wieder zu Twitter zurückgekehrt

Twitter bringt Nutzer nicht zum zwitschern: 0,05 Prozent sorgen für Hälfte aller Tweets © Bild: dpa/Weigel

Mehrere Millionen User hat der Kurnachrichtendienst Twitter, der erst vor kurzem seinen fünften Geburtstag feierte. Für die Flut an Kurznachrichten ("Tweets") sorgen jedoch bedeutend weniger User als bisher angenommen wurde. Die meisten Twitter-Nutzer sind inaktiv und veröffentlichen kaum Tweets und nutzen das Portal lediglich als Informationsquelle. Laut Yahoo Research sorgen gerade einmal 20.000 User oder lediglich 0,05 Prozent aller Twitter-Nutzer für die Hälfte aller Inhalte.

"Twitter ist ein Beschleuniger der Kommunikation", meint Branchenkenner Klaus Eck, Inhaber von Eck Kommunikation. Die Plattform wird intensiv als Transportmittel von Nachrichten genutzt, weniger jedoch, um selbst einen Blog zu führen. So macht nur ein Fünftel der User überhaupt regelmäßig von den eigenen Accounts Gebrauch. Laut Yahoo Research produzieren nach wie vor die klassischen Massenmedien die meisten Inhalte. Anders als Social Networks weist Twitter vielmehr Merkmale einer einseitigen Massenkommunikation und deren Weiterverbreitung auf.

Der Informationsfluss hat seine Hierarchien durch Twitter keineswegs verloren. Auch auf der Kurznachrichtenplattform findet eine starke Konzentration der Aufmerksamkeit statt. Eine wenig soziale Eigenschaft des Portals ist beispielsweise, dass individuelle User die Gefolgschaft durch andere Personen nur selten erwidern. Profile berühmter Persönlichkeiten weisen die meisten Follower auf. In den meisten Fällen bleiben die einzelnen "Nutzerschichten" jedoch unter sich. So folgen etwa Berühmte anderen Berühmtheiten, während Blogger anderen Bloggern folgen. Diese verbreiten die meisten Informationen weiter, die großteils jedoch von den Massenmedien stammen.

Dorsey wieder an Bord
Jener Mann, der die Idee für Twitter hatte, ist wieder zurück bei dem Internet-Kurznachrichtendienst. Der 34-jährige Jack Dorsey soll sich wieder federführend um die Produktentwicklung kümmern. Zugleich werde er weiterhin seine neue Firma Square weiterführen, die ein Handy-Bezahlsystem am Markt etablieren will, teilte Dorsey standesgemäß in einer Twitter-Nachricht mit.

Dorsey war vor fünf Jahren der erste Chef von Twitter, wurde aber 2008 von Mitgründer Evan Williams abgelöst. Das führte zu Spannungen zwischen den beiden. Dorsey nahm erst wieder Kontakt zu Twitter auf als Williams seinerseits im vergangenen Herbst die Führung an Dick Costolo abgab, wie das Magazin "Vanity Fair" jüngst in einem ausführlichen Porträt schrieb.

(pte/apa/red)