TV-Zweierduelle ohne blaue Beteiligung: FPÖ protestiert scharf gegen ORF-Vorgehen

Vilimsky prüft: Wahlergebnis beeinspruchbar? ORF weist Kritik zurück. PLUS: Die Termine im Detail

Der Protest der FPÖ gegen die vom ORF geplante Vorgangsweise bei den TV-Duellen vor der Nationalratswahl hat nicht lang auf sich warten lassen. Die Blauen, die entsprechend der ORF-Planung weder bei den Zweierkonfrontationen noch bei der großen finalen Elefantenrunde vertreten sein werden, sprachen in einer Aussendung am Freitagabend von einem "Demokratie- und Medienskandal der Sonderklasse". Generalsekretär Harald Vilimsky will nun durch Anwälte prüfen lassen, ob auf Grund dieses Vorgehens eine Beeinspruchung des Wahlergebnisses möglich wäre.

ORF-Generaldirektorin Monika Lindner und TV-Chefredakteur Werner Mück würden sich dadruch die Stimmen der BZÖ-Stiftungsräte "kaufen", um sich im eigenen Sessel zu halten, mutmaßte Vilimsky. Auch auf den ORF als öffentlich-rechtliches Medium schoss sich der blaue Mandatar ein: "Der ORF, der ohnehin immer mehr zu einer Art Bundespressedienst ohne jegliche Objektivität verkommen ist, mutiert offensichtlich gänzlich zur Regierungspropaganda-Stelle, für die sämtliche Gebührenzahler herhalten müssen".

Die FPÖ kündigte gar rechtliche Schritte gegen den ihrer Meinung nach vorliegenden "grob-manipulativen Eingriff in eine bevorstehende Nationalratswahl" an, der eventuell auch eine Beeinspruchung des Wahlergebnisses möglich machen könnte.

Der ORF wies die Kritik der Blauen in einer Aussendung umgehend zurück. Der Sender argumentiert seine Entscheidung, den FP-Spitzenkandidaten Heinz Christian Strache zu den Wahlkonfrontationen und zur großen Elefantenrunde nicht einzuladen, damit, dass die FPÖ nicht mit Klubstärke im Nationalrat vertreten ist. Hintergrund: Der "freiheitliche Parlamentsklub" wird vom BZÖ dominiert, nur zwei Abgeordnete bekennen sich weiterhin zur FPÖ. Der ORF folge mit dieser Vorgehensweise "jenen Vorgaben, wie sie bereits bei vergangenen Wahlentscheidungen zum Tragen gekommen sind", hieß es in einer Aussendung.

Bei einer für 26. September geplanten kleinen Elefantenrunde der anderen (nicht in Klubstärke vertretenen) bundesweit kandidierenden Parteien ist die FPÖ sehr wohl eingeladen, ebenso werden sie bei anderen Informationssendungen wie "Offen gesagt", "Pressestunde", "Report" und "Zeit im Bild" "ausführlich Gelegenheit erhalten, ihre politischen Ziele darzustellen", hieß es. (apa/red)