Letzter Schlagabtausch von

So lief das dritte TV-Duell
zwischen Trump und Clinton ab

Trumps Tabubruch, Clintons Farbenlehre und kein Händedruck

3. TV-Duell zwischen Trump und Clinton © Bild: APA/AFP/GETTY IMAGES/CHIP SOMODEVILLA

Der dritte und letzte Schlagabtausch zwischen den US-Päsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton hatte wieder einige Höhe- und Tiefpunkte zu bieten. Trump wagte einen Tabubruch und Clinton bezeichnete ihrem Kontrahenten als eine "Marionette" von Kreml-Chef Wladimir Putin.

1. Ein Tabubruch

Donald Trump ließ vor allem mit einem Sager aufhorchen: Er will eine Niederlage bei der US-Präsidentenwahl nicht automatisch anerkennen. "Ich werde mir das zu gegebener Zeit anschauen", sagte Trump am Mittwochabend. Er sprach von "Millionen" Wählern, die eigentlich gar nicht zur Wahl zugelassen werden dürften. Clinton zeigte sich "entsetzt" und bezeichnete ihren Gegner als "gefährlichsten Mann, der jemals Präsident werden wollte".

2. Ein Trum in Weiß

Clinton erschien in einem weißen Hosenanzug - wie schon nach dem Wahlsieg in Kalifornien, als sie genügend Stimmen für die Nominierung beisammen hatte. Bei der ersten Debatte trug sie Rot, bei der zweiten Blau. Legt man alle drei Outfits zusammen, hat man Amerikas Nationalfarben

3 . Immer wieder grüßen die Manipulationsvorwürfe

Auch bei der dritten TV-Debatte blieb Trump seinem Manipulationsvorwurf treu: Die Wahl in den USA werde manipuliert, von Strippenziehern im In- und Ausland. Obwohl seine Tochter Ivanka und sein Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence bereits relativierten, und die Manipulationsvorwürfe auf die Medienberichterstattung über Trumps Wahlkampf begrenzten, beharrt Trump darauf. Doch kann eine US-Wahl manipuliert werden? Die Antwort lautet: vermutlich nein. Es hat in den USA immer wieder Vorwürfe kleinerer Manipulationen gegeben. Die spektakulärsten kamen aus Florida, dem wichtigsten Bundesstaat für die Wahl. Dort werden viele Wahlmänner vergeben, und die Bevölkerung ist mehrheitlich nicht festgelegt. Der Staat ist umkämpft, ein "Swing State".

4. Lug, Betrug und Sex

Trump beschuldigte seine Gegnerin, hinter den Sexvorwürfen gegen ihn zu stehen. Clinton verbreite Lügen über sexuelle Übergriffe, sagte Trump zu den Berichten mehrerer Frauen, die den Republikaner belastet hatten. Er kenne diese Frauen nicht. "Niemand hat mehr Respekt vor Frauen als ich. Niemand." Clinton warf dem 70-Jährigen daraufhin vor, Frauen zu verachten. "Donald Trump denkt, dass es ihn groß macht, wenn er Frauen erniedrigt. Es macht ihn nur zu einem Rüpel."

5. Irritierender Sager über Mossul-Offensive

Trump hat mit Aussagen über die Offensive zur Rückeroberung der irakischen Stadt Mossul irritiert. Zunächst erklärte er, die Operation sei nicht effektiv, weil seit Monaten darüber geredet werde und der Überraschungsmoment fehle. Dann sagte er, die demokratisch geführte Regierung habe den Angriff auf Mossul aus wahltaktischen Gründen eingeleitet. "Und sie machen das nur, weil sie (Clinton) sich für das Präsidentschaftsamt bewirbt, und sie tough wirken wollen. Sie wollen gut aussehen." Für Trumps Aussagen gibt es keinerlei Belege. Mossul ist die letzte Bastion des "Islamischen Staates" (IS) im Irak, die Millionenstadt soll von den Terroristen befreit werden. Die Großoffensive wurde seit Monaten vorbereitet.

6. Keine freundlichen Gesten

Sie wollten sich einfach nicht mehr die Hände reichen, weder Bill Clinton und Melania Trump, noch die beiden Präsidentschaftskandidaten. Hillary Clinton verabschiedete sich nach der Debatte demonstrativ von Moderator Chris Wallace, Trump ignorierte sie auf der Bühne.

7. Wer hat gewonnen?

Beim Redeanteil war die Demokratin ihrem Konkurrenten dieses Mal voraus: Laut einer Rechnung des Senders CNN kam der Republikaner auf 35,41 Minuten Redezeit, Clinton auf 41,46 Minuten. Eine erste Umfrage des Fernsehsenders CNN unter Zuschauern ergab, dass 52 Prozent der Befragten Clinton als Siegerin der TV-Debatte sehen. 39 Prozent dagegen halten Trump für den Gewinner. Auch in den letzten Wahlumfragen hat Clinton einen deutlichen Vorsprung vor Trump.

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