Tunnel-Unfall in der Schweiz: Offenbar auch österreichscher LKW an Crash beteiligt

Polizei: "In Tunnel war Sattelschlepper aus Bregenz" Sechs Tote, sechs Verletzte - zwei Personen vermisst

Tunnel-Unfall in der Schweiz: Offenbar auch österreichscher LKW an Crash beteiligt

Wieder Tote bei einem Flammeninferno in einem Alpentunnel: Mindestens sechs Menschen sind bei einem Unfall im Viamala-Tunnel in der Schweiz ums Leben gekommen, sechs weitere erlitten Verletzungen. Zwei Menschen wurden nach Polizeiangaben am Tag nach dem Unfall noch vermisst. Ein Bregenzer Sattelschlepper befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls ebenfalls in dem Tunnel. Nähere Details dazu gab es bei den Schweizer Behörden nicht.

Bei dem Unglück in dem zweispurigen Tunnel auf der San-Bernardino-Route südlich von Chur war ein Auto in einen Reisebus gerast. Die beiden Fahrzeuge sowie ein weiterer Wagen brannten vollständig aus. In dem Bus saß eine junge Eishockey-Mannschaft der ersten Schweizer Amateurliga. 21 der 23 Passagiere konnten den Flammen entkommen. Die Rettungsarbeiten wurden durch Qualm und starke Hitze erheblich behindert.

Tunnel bleibt vorerst geschlossen
Der Viamala-Tunnel bleibt wegen schwerer Schäden mindestens eine Woche geschlossen, die gesamte San-Bernardino-Route ist für den Schwerverkehr gesperrt. Nach Angaben der Schweizer Behörden entspricht der Tunnel den derzeit gültigen Sicherheitsstandards.

Unfallursache noch unklar
Die Polizei konnte nach eigenen Angaben den Unfallhergang noch nicht erklären. Die Herkunft der beiden ausgebrannten Autos war ebenfalls nicht bekannt. Augenzeugen zufolge soll der Wagen, der um 13.15 Uhr in den Bus raste, ein Rad verloren haben. In den Unfall verwickelt waren insgesamt acht Fahrzeuge, neben dem Reisebus mit der Eishockey-Mannschaft aus dem Tessin auch zwei Sattelschlepper aus Österreich und Deutschland.

Drei Tote wurden außerhalb der Fahrzeuge auf der Tunnelfahrbahn gefunden. Die Polizei schloss nicht aus, dass darunter die beiden Vermissten aus dem Bus sind. Zwei weitere Tote wurden in einem Auto entdeckt. Das dritte Opfer wurde zwar geborgen, doch die Hilfe kam zu spät; es starb am Ausgang des Tunnels. Die Polizei geht davon aus, dass zwei Menschen verbrannt und vier weitere erstickt sind.

Der Unfall hatte sich wenige Kilometer südlich von Thusis ereignet. In dem 750 Meter langen Viamala-Tunnel, in dem es eine lang gezogene Kurve gibt, war es bereits mehrmals zu Unfällen gekommen. Sie seien zumeist dadurch verursacht worden, dass die beiden Fahrbahnen nicht getrennt seien, erklärten Fachleute. (apa/red)