Tunesien-Sieg brächte ruhige Winterpause:
Hickersberger wünscht sich noch einen Sieg

Spieler sollen sich trotz weniger Fans motivieren ÖFB-Kicker mussten zum Doping-Test antreten

Tunesien-Sieg brächte ruhige Winterpause:
Hickersberger wünscht sich noch einen Sieg

Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger wünscht sich im zwölften und letzten Länderspiel des Jahres einen Sieg über Tunesien. Ein Erfolg im Wiener Happel-Stadion gegen die Nordafrikaner wäre nicht nur wichtig fürs Selbstvertrauen, sondern würde auch den angenehmen Nebeneffekt einer halbwegs störungsfreien Winterpause mit sich bringen, bevor die ÖFB-Auswahl in die entscheidenden Vorbereitungen für die EURO 2008 startet.

"Jetzt gilt es, alles zu geben und zu gewinnen, damit wir im Winter unsere Ruhe haben. Sollten wir nicht gewinnen, freue ich mich nicht sehr auf die Weihnachtsfeier", erklärte der 59-Jährige. Seine Spieler stehen laut "Hicke" vor einer völlig anderen Situation als vor der England-Partie. "Bei England kennt man jeden Star, bei den Tunesiern weniger. Da ist es wichtig, dass die Spieler die richtige Einstellung finden und auch damit umgehen können, dass im Stadion weniger Zuschauer und eine weniger gute Stimmung sein werden", meinte Hickersberger und hofft in diesem Zusammenhang auf die Fähigkeit zur Eigenmotivation bei seinen Kickern.

Vor den Tunesiern zeigte der Teamchef Respekt, zumal fast der gesamte Kader in Europa engagiert ist. "Wir haben in Österreich eine bessere Vorstellung und höhere Einschätzung von Mannschaften wie der Elfenbeinküste, Kamerun oder Nigeria. Aber die Tunesier waren nicht umsonst zuletzt drei Mal in Folge bei einer WM und haben 2004 den Afrika-Cup gewonnen."

Im Moment verfügen die Tunesier, die bei ihrem 2:0-Heimsieg im Freundschaftsspiel gegen Namibia vom Technischen ÖFB-Direktor Willi Ruttensteiner beobachtet wurden, laut Hickersberger zwar über keinen echten Superstar, "aber das kann sich auch bald wieder ändern. Die Tunesier haben mit Roger Lemerre einen Teamchef, der im Jahr 2000 mit Frankreich Europameister geworden ist. Dort wird gut gearbeitet."

Warnung vor Tunesiens Legionären
Hickersberger sah sich den 1:0-Auswärtssieg der Nordafrikaner am 17. Oktober in Abu Dhabi gegen die Vereinigten Arabischen Emirate auf DVD an und sprach von einem verdienten Erfolg der Tunesier, die er mit einem 4-3-3-System erwartet. "Das sind technisch gute Fußballer, die in diesem Spiel dominiert haben. Das ist bei so vielen Legionären aber auch nicht überraschend", erklärte der Niederösterreicher und warnte vor allem vor Yassin Mikari (Grasshoppers Zürich), Yacine Chikhaoui (FC Zürich), Francileudo Sylva dos Santos (Toulouse) und Tijani Belaid (Slavia Prag).

Gegen die Tunesier wird "Hicke" nach eigenen Angaben ziemlich sicher auf einen von ihm als "k.u.k."-Sturm (Anm.: Sanel Kuljic und Roman Kienast) bezeichneten Angriff zurückgreifen. Nicht zur Verfügung steht Joachim Standfest, der am Montag wegen eines grippalen Infekts nach Hause geschickt wurde. Im Tor beginnt Alexander Manninger, in der Abwehr gibt es wenn überhaupt nur geringfügige Änderungen. "Um die Defensive mache ich mir weniger Sorgen als um die Offensive, da müssen wir noch einiges verbessern."

Lob von McClaren
Die schwache Darbietung gegen England im Spiel nach vorne liegt Hickersberger nach wie vor im Magen, dafür freute er sich über das Sonderlob, das einige seiner Spieler vom englischen Teamchef Steve McClaren erhielten. "Im Gespräch mit Roger Spry hat er gesagt, dass ihm Ivanschitz, Gercaliu, Kienast und Leitgeb aufgefallen sind."

Positiv wertete der Teamchef auch den Trainingseinsatz seiner Kicker. "Gott sei Dank ist eine ein bisschen schärfere Gangart da, denn so wie man trainiert, spielt man auch", sagte er über die ÖFB-Internationalen, die in Lindabrunn wieder einmal Besuch von den Dopingjägern erhielten. Manninger, Ibertsberger, Harnik, Kienast und Weissenberger mussten zum Test antreten.

(apa/red)