Tunesien als letzte Experimentierchance:
Ab dem Frühjahr keine Experimente mehr

Hickersberger erwartet keinen leichten Gegner Alex Manninger steht am Mittwoch wieder im Tor

Tunesien als letzte Experimentierchance:
Ab dem Frühjahr keine Experimente mehr

Österreichs Fußball-Nationalteam steht kurz vor dem letzten Länderspiel des Jahres. Am kommenden Mittwoch ist Tunesien Gegner im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Teamchef Josef Hickersberger sieht in diesem letzten Probegalopp vor dem EM-Jahr die Möglichkeit, noch kleinere Experimente durchzuführen, wie er im Teamcamp in Lindabrunn erklärte.

"Ich will Tunesien nicht starkreden, aber die haben sich drei Mal hintereinander (1998, 2002, 2006, Anm.) für eine WM qualifiziert. Da wären wir in Österreich froh drüber", dämpfte Hickersberger die Erwartungen für das Spiel gegen den Afrika-Cup-Sieger 2004. Ohne sie genau zu präzisieren, kündigte Hickersberger Umstellungen an. "Das ist der letzte Gegner, gegen den wir noch etwas probieren können. Gegen Deutschland und die Niederlande wird es keine personellen Experimente mehr geben."

Sicher ist, dass gegen Tunesien wieder Alexander Manninger, der gegen England erfolgreich für den kurzzeitig bewusstlosen Jürgen Macho eingesprungen war, im Rahmen der Tormann-Rotation den ÖFB-Kasten hüten wird. Dass der Steirer bei seinem Serie-A-Club Siena derzeit nur zweite Wahl ist, war gegen die Inselkicker jedenfalls nicht zu merken. "Er hat aus dieser Situation viel gelernt, ist viel reifer als bei Salzburg", konstatierte Hickersberger und verwies auf das Schicksal des deutschen Teamtormanns Jens Lehmann, der trotz seines Reservistendaseins bei Arsenal in der DFB-Elf stark agierte.

Macho wieder dabei
Hickersberger freute sich aber auch über den gut verlaufenden Heilungsprozess Machos, der mittlerweile wieder zum Team stieß. "Ich bin sehr froh, dass es ihm wieder bessergeht", betonte der Teamchef. "Er darf erst am Donnerstag wieder fliegen - nach Athen - und hat seinen Verein darüber bereits informiert. Er hat ja auch Prellungen und wird von den Teamärzten hier behandelt."

Erneut betonte Hickersberger, dass seine Truppe in den jüngsten Spielen durchaus dazugelernt habe: "Ich bin überzeugt, dass sich die Mannschaft verbessert hat, und wir machen Fortschritte, auch wenn sich das noch nicht in Resultaten niederschlägt. Wir haben uns vor allem im Defensivverhalten verbessert, aber auch im Spiel nach vorne waren ganz gute Phasen dabei." Freilich gelte es, im Angriff bessere Aktionen zu setzen. "Gegen England haben wir allerdings schon im Spielaufbau die Bälle verloren." Offensiveres Spiel sei allerdings mit größeren Risiken verbunden. Dennoch: "Natürlich wollen wir höher verteidigen."

Endrundengegner lassen 'Hicke' kalt
Dass sich das Teilnehmerfeld der EURO immer klarer abzeichnet, lässt Hickersberger kalt. Über mögliche Endrunden-Gegner "denke ich nicht einmal nach", stellte er klar und verwies auf die sich ständig ändernden Ranglisten, die für die Auslosung maßgeblich sind. Die erfolgreiche Qualifikation Italiens hat ihn jedenfalls nicht überrascht: "Das war für mich zu erwarten, das große Herz der Schotten reichte nicht für den Weltmeister. Die haben Erfahrung, haben bei der WM auch den Bestechungsskandal verarbeitet."

Österreich brauche da gar nicht zu spekulieren: "Ich glaube, wir sind die am schlechtesten platzierte Mannschaft und brauchen bei der EM in jedem Fall herausragende Leistungen, einen guten Tag und die Unterstützung der Fans!"

Am Sonntagvormittag bat Hickersberger seine Truppe zum Trainingsspiel gegeneinander, wobei eine Mannschaft elf, die andere zehn Spieler stellte. "Es war ein verschärftes Training. Wenn es nicht zur Sache geht, dann bringt uns das ja auch nichts." Den Sonntagnachmittag hatten die Spieler wie schon am Samstag zur freien Verfügung. Für Andreas Ivanschitz war es freilich ein ganz besonderer Tag: Der Teamkapitän weilte anlässlich der Taufe seines sieben Monate alten Sohnes Ilia im heimatlichen Baumgarten.

(apa/red)