Arabische Tumulte von

US-Botschaften gestürmt

Proteste gegen Mohammed-Film weiten sich immer mehr aus

Proteste vor der US-Botschaft im Jemen © Bild: APA/EPA/Yahya Arhab

Bei einer Serie wütender Proteste gegen diplomatische Vertretungen der USA in der islamischen Welt sind drei Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Aus Empörung über ein Schmäh-Video über den Propheten Mohammed griffen Demonstranten im Jemen und in Ägypten diplomatische US-Vertretungen an. In Sanaa wurden mindestens zwei Demonstranten getötet, in Kairo über 200 Menschen verletzt. Zuvor waren in dieser Woche vier Amerikaner in Libyen getötet worden, unter ihnen auch der US-Botschafter. Auch mit Hinblick auf die Freitagsgebete versuchte Ägyptens Präsident Mohammed Mursi, die Wogen zu glätten.

Im Jemen stürmten mehrere hundert Demonstranten die US-Botschaft in Sanaa. Sie setzten Autos in Brand, ehe sie von Sicherheitskräften zurückgedrängt wurden. Dabei wurden drei Angreifer getötet, wie die Behörden meldeten. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Lokale Medien berichteten, Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi habe sein Bedauern über die Gewalt ausgedrückt. Die Demonstranten hätten sich verantwortungslos verhalten, sagte er.

In Kairo lieferten sich Demonstranten vor der US-Botschaft blutige Straßenschlachten mit der Polizei. Dabei wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden weit über 200 Menschen verletzt. Die meisten Verletzten wurden noch auf der Straße medizinisch versorgt.

YouTube gesperrt

In Tunis demonstrierten mehrere hundert Salafisten vor der US-Botschaft. Proteste gab es auch in mehreren irakischen Städten, in Teheran, im Gazastreifen sowie in Bangladesch. Vereinzelte Demonstrationen wurden aus Afghanistan und Pakistan gemeldet. Aus Angst vor gewalttätigen Demonstrationen gegen den umstrittenen Film begannen die afghanischen und die pakistanischen Behörden am Donnerstag mit der Sperrung der Zugänge zur Interplattform YouTube. In mehreren asiatischen Ländern wurden die Sicherheitsvorkehrungen für US-Vertretungen verschärft, weil dort Proteste gegen die USA im Anschluss an das Freitagsgebet erwartet wurden. In Saudi-Arabien, wo Demonstrationen verboten sind, wurde über den Kurznachrichtendienst Twitter für Freitag zu Protesten vor den US-Vertretungen in Riad und Jidda aufgerufen.

Angst vor weiteren Übergriffen

US-Sicherheitskreise vermuten das Terrornetzwerk Al-Kaida hinter den Gewaltexzessen in Libyen. Beobachter befürchten, dass die Ausschreitungen mit dem Freitagsgebet auf weitere Länder in der islamischen Welt übergreifen. Die USA schickten neben einer Einheit von Elitesoldaten auch zwei Kriegsschiffe vor die Küste Libyens. An den US-Botschaften weltweit wurden die Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärft.

Bei der Attacke auf das Konsulat in der libyschen Küstenstadt Benghazi waren in der Nacht auf Mittwoch der Botschafter Chris Stevens und drei andere Amerikaner ums Leben gekommenen. Der neue libysche Regierungschef, Mustafa Abu Shagur, verurteilte den "feigen Angriff" auf das Konsulat in einem Interview mit Nachrichtensender Al-Arabija. "Es hat Festnahmen gegeben und weitere erfolgen, während wir hier sprechen", sagte Shagur der Nachrichtenagentur AFP.

Mursi verurteilt Gewalt

Auch Ägyptens Präsident Mursi verurteilte die Gewalt gegen US-Vertretungen. Allerdings forderte er die USA zu "ernsthaften Schritten" gegen den islamfeindlichen Videofilm auf. "Wir sind gegen jede Handlung, mit der der Islam und der Prophet Mohammed beleidigt werden soll und wir sind gegen die Beleidigung jeder Religion", sagte Mursi nach einem Gespräch mit dem EU-Ratsvorsitzenden Herman Van Rompuy in Brüssel. "Zugleich sagen wir aber deutlich, dass dies nicht als Rechtfertigung für Angriffe auf Konsulate oder Botschaften dienen kann und dass dies keine Rechtfertigung für die Tötung unschuldiger Menschen ist. Wir sind dagegen und verurteilen das."

Film für Clinton "abscheulich"

US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte den Videofilm als "abscheulich und verwerflich". Zugleich stellte sie klar, dass die US-Regierung "absolut nichts mit diesem Video zu tun hat". Jedoch sei auch die Gewalt, die der Film in Ägypten, Libyen und im Jemen auslöste, nicht hinzunehmen, fügte Clinton hinzu. Da in den USA das Recht auf freie Meinungsäußerung herrsche, sei es für die Regierung in Washington "unmöglich", solche Filme zu verhindern.

Auslöser der Proteste in der islamischen Welt war ein in den USA produzierter Videofilm, in dem der Prophet des Islam als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld dargestellt wird. Als Autor, Regisseur und Produzent des Films zeichnet ein "Sam Bacile", allerdings blieb dessen Identität zunächst unklar. Recherchen von US-Medien ergaben bisher keine konkreten Spuren. Israel hat sich von Autor und Film distanziert. Es hatte zunächst geheißen, der Produzent habe für den rund zweistündigen Film fünf Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro) von rund 100 jüdischen Spendern eingesammelt.

"Pro Deutschland" will Film zeigen

Der umstrittene amerikanische Pastor Terry Jones in Florida, der mit einer Koranverbrennung weltweit für Proteste gesorgt hatte, wollte den Film in den USA öffentlich zeigen. In Deutschland kündigte die rechtspopulistische Partei Pro Deutschland an, den Film zu zeigen.

Kommentare

Der Islam ist eine faschistische Sekte mit diktatorischen, tiefst mittelalterlichen Eigenschaften und ist klar bei jeder sich bietenden Gelegenheit zurückzuweisen!

Eine solche Sekte hat in unserer modernen Gesellschaft nichts verloren, genau so wenig wie andere Sekten, z.B. die von Tom Cruise.

Alle Islamisten sollen umgehend Europa verlassen und sich zu den arabischen Mitbrüdern begeben!

Das sind wütende Anti-US- Proteste, lange dauert es nicht mehr, und es geht auch in den Öl- Scheichtümern am persischen Golf und in Saudi - Arabien so zu, dann wissen alle, warum man sich für Israel so aufgeopfert hat, wenn der Benzin 10 Euro an der Tankstelle kostet

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