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Türkisches Gericht entließ "Cumhuriyet"-Online-Chef aus U-Haft

Prozess im September

Nach einem Monat in Untersuchungshaft hat ein Gericht die Freilassung des Chefredakteurs des Online-Auftritts der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet" angeordnet. Das Gericht in Istanbul verfügte am Mittwoch, dass Oguz Güven auf freien Fuß gesetzt wird, so die Nachrichtenagentur DHA. Güven wird "Terrorpropaganda" vorgeworfen. Der Prozess soll am 14. September beginnen.

Grundlage der Anschuldigungen ist eine Twitter-Nachricht vom Konto der "Cumhuriyet", in der despektierliche Äußerungen über einen bei einem Autounfall verstorbenen Staatsanwalt gemacht worden waren. Güven wies die Vorwürfe zurück. Er gab ab, die Twitter-Nachricht sei nicht von ihm geschickt und nach 55 Sekunden korrigiert worden. Derzeit sitzen noch zwölf Mitarbeiter der "Cumhuriyet" wegen Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft.

Die türkische Staatsanwaltschaft bezichtigt "Cumhuriyet", seit 2013 unter Kontrolle des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen zu stehen. Die Zeitung hat die Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen und daran erinnert, dass sie die Gülen-Bewegung bereits kritisiert habe, als die regierende AKP noch mit ihr verbündet war.

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