Türkischer Präsident wirbt um Sympathien:
Gül erinnert an historische Verbindungen

Fischer ermuntert bei Staatsbankett zu Reformen Österreich ist berechenbarer Verhandlungspartner

Türkischer Präsident wirbt um Sympathien:
Gül erinnert an historische Verbindungen © Bild: APA/JÄGER

Im Werben um Sympathien in Österreich hat der türkische Staatspräsident Abdullah Gül an die historischen Verbindungen zwischen beiden Ländern erinnert. Bei einem von Bundespräsident Heinz Fischer gegebenen Staatsbankett in der Hofburg spielte Gül unter anderem auf den österreichischen Architekten Holzmeister an, der unter dem türkischen Republiksgründer Atatürk Stadtplaner in Ankara war.

Im historischen Zeremoniensaal kam der türkische Staatspräsident aber auch auf die Waffenbrüderschaft zwischen Österreich-Ungarn und dem Osmanischen Reich zu zu sprechen. "Unsere Staaten sind im Ersten Weltkrieg eine Schicksalsgemeinschaft eingegangen. Unser Helden, die an der Front in Galizien Schulter an Schulter gekämpft und ihr Leben verloren haben, sind die spirituellen Wächter der Freundschaft zwischen beiden Völkern", sagte Gül in seiner Tischrede laut schriftlicher Übersetzung ins Deutsche.

Fischer beschränkte sich in seiner Rede weitgehend auf die Gegenwart und auf die sich verbessernden wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen. Zugleich bekräftigte der Bundespräsident sein Bekenntnis zur Toleranz gegenüber Menschen, die ihre Wurzeln nicht in Österreich haben. Weiters versicherte er: "Wir zwingen niemanden zur Assimilation, wenn wir von Integration sprechen". In Zusammenhang mit den türkischen EU-Ambitionen sagte Fischer, er wolle die Türkei zu weiteren Reformschritten ermutigen. Österreich jedenfalls sei ein berechenbarer Partner in den Verhandlungen.

An dem Staatsbankett nahmen zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens teil. Vertreter von FPÖ und BZÖ boykottierten die Veranstaltung aus Protest gegen die negativen Äußerungen des türkischen Botschafters Kadri Ecvet Tezcan über die österreichische Integrationspolitik.

(apa/red)

Kommentare

Öha Herr Gül, wenn Sie die Schicksalsgemeinschaft so ausdrücklich erwähnen, dürfte ihnen das Jahr 1683, wie auch das Jahr 1529 offensichtlich aus dem Geschichtsgedächtnis entschwunden sein.

Boykott von FPÖ und BZÖ Der Boykott von diesen zwei Parteien ist dem Staatspräsidenten Gül aber sicherlich nur hinten vorbei gegangen :)

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