Türkei bombardiert kurdische Rebellen:
Erdogan fordert Hilfe gegen PKK von USA

Kurdenführer fordern Waffenniederlegung der PKK PLUS: USA unter Druck, einen Konsens zu finden

Türkei bombardiert kurdische Rebellen:
Erdogan fordert Hilfe gegen PKK von USA

Türkische Streitkräfte haben erneut Stellungen kurdischer Rebellen im Südosten der Türkei bombardiert. Zwei Hubschrauber vom Typ Cobra warfen Bomben über den Bergen Cudi und Kato in der Provinz Sirnak nahe der Grenze zum Irak ab. Unterdessen forderte der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan die USA zu "dringenden" Maßnahmen gegen die Rebellen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) auf. Der irakische Kurdenchef Massud Barzani verlangte indes von der PKK Gewaltverzicht.

"Der Terrorismus der PKK" sei für die Türkei auch ein "Testfall", sagte Erdogan vor der Parlamentsfraktion seiner Partei AKP in Ankara. Dieser Test entscheide auch über die Zukunft der türkisch-amerikanischen Beziehungen.

Erdogan will US-Hilfe gegen PKK
Bei seinem kommenden Treffen mit US-Präsident George W. Bush in Washington werde es darum gehen, dass die in der Türkei operierenden PKK-Rebellen im Nordirak einen sicheren Zufluchtsort hätten. "Ich werde ihm ganz offen sagen, dass wir konkrete, dringende Schritte gegen die Terroristen erwarten", sagte Erdogan weiter. Auch fordere er eine Erklärung dafür, wie aus den USA an die irakischen Sicherheitskräfte gelieferte Waffen in die Hände der PKK gelangten.

Die Türkei droht in ihrem Kampf gegen die PKK-Rebellen seit Wochen mit einem Einmarsch im Nordirak, wo sich ebenfalls Stützpunkte der PKK befinden. Die USA ließen durch eine Sprecherin des Weißen Hauses am Montag Verständnis für mögliche begrenzte türkische Militäraktionen gegen kurdische Rebellen im Nordirak durchklingen.

Kurdenführer fordert Waffenniederlegung
Der irakische Kurdenführer Barzani rief unterdessen die Rebellen der PKK auf, ihre Waffen niederzulegen. "Entweder die PKK schwört der Gewalt ab, oder sie steht nicht nur der Türkei, sondern auch der gesamten kurdischen Nation gegenüber", zitierte ihn die türkische Zeitung "Milliyet". Gleichzeitig forderte Barzani die Türkei zur friedlichen Lösung des Konflikts auf.

Da die Regierung jedoch keine direkten Gespräche mit den irakischen Kurden führen wolle, werde er keine "Befehle" der Türkei im Kampf gegen die PKK akzeptieren. "Sie sprechen nicht mit mir, aber Sie fordern mich auf, etwas gegen die PKK zu tun. Wie kann das sein?" fragte Barzani.

Türkei droht Kurden im Nordirak
Die Türkei droht in ihrem Konflikt mit der PKK offen mit einem militärischen Vorgehen gegen Stellungen der Arbeiterpartei in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, von wo aus die auf bis zu 4.000 Leute geschätzten Rebellen Angriffe auf die Türkei vorbereiteten. Gesprächsangebote vonseiten der Kurden schlug Ankara bisher aus. Die jüngsten Verhandlungen der Türkei und des Irak waren gescheitert, Ende der Woche könnten jedoch neue Gespräche der beiden Außenminister in Istanbul stattfinden. (APA/red)