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Polizei zieht von Taksim-Platz ab

Kein Ende der türkischen Proteste - Demonstrationen auf andere Städte ausgeweitet

  • Demonstrant in Istanbul
    Bild 1 von 9 © Bild: Reuters/MURAD SEZER

    Demonstranten in Istanbul

    Es kommt zu Konfrontationen mit der Istanbuler Polizei.

  • Demonstranten Taksinplatz
    Bild 2 von 9 © Bild: imago stock&people

    Am Weg zum Taksimplatz

    Demonstranten ziehen auch heute wieder zum zentralen Istanbuler Taksim-Platz.

Nach mehrtägiger Konfrontation mit Demonstranten in Istanbul hat sich die türkische Polizei am Samstag vom zentralen Taksim-Platz zurückgezogen. Tausende Protestteilnehmer rückten daraufhin umgehend auf den Platz vor, wie AFP-Korrespondenten berichteten. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte ein sofortiges Ende der Proteste, räumte aber ein, dass die Polizei in einigen Fällen "extrem" auf die gewaltsamen Demonstrationen reagiert habe. Die Proteste breiteten sich am Samstag auch auf andere türkische Städte aus. In Wien fand eine Solidaritätskundgebung statt.

Am Samstag hatte es in der Millionenmetropole zunächst den zweiten Tag in Folge heftige Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gegeben. Schon in der Nacht zum Samstag gab die Polizei die Zahl der Festgenommenen mit 63 an. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) sprach von mehr als 100 Verletzten. Von diesen wurden nach offiziellen Angaben zwölf im Krankenhaus behandelt, darunter eine Frau mit einem Schädelbruch.

Die Sicherheitskräfte im Stadtzentrum waren darum bemüht, ein Vordringen der zumeist jungen und vermummten Demonstranten zum Taksim-Platz zu verhindern. Die Protestierer riefen "Gemeinsam gegen den Faschismus" und forderten den Rücktritt der Regierung. Auch zum Schutz gegen das Tränengas hatten sie sich Taschentücher und chirurgische Masken umgebunden. Kellner aus umliegenden Luxushotels brachten ihnen Zitronen, mit denen sich die Demonstranten das Tränengas aus den Augen wischten. Hausbewohner signalisierten Unterstützung, indem sei lautstark auf Töpfe und Pfannen schlugen.

Auslöser war Umgestaltung eines Parks

"Hier kommen Menschen aus allen Schichten zusammen", sagte ein friedlich protestierender Architekt. "Sie demonstrieren gegen die Regierung und die Art Erdogans, wie ein König zu entscheiden." Die oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) warf Erdogan diktatorisches Verhalten vor. "Zehntausende sagen Nein und opponieren gegen den Diktator", sagte Parteichef Kemal Kilicdaroglu.

Die Proteste richteten sich unmittelbar gegen die Umgestaltung des Gezi-Parks und die Errichtung eines Einkaufszentrums unweit des Taksim-Platzes im Stadtzentrum, zielen inzwischen aber auch auf die Regierung. Die Kritiker prangern vor allem einen zunehmend konservativen und autoritären Regierungsstil an. Kritisiert wird unter anderem das jüngst verschärfte Verbot zum Verkauf von Alkohol während der Nacht.

Polizeieinsatz wird untersucht

Am Samstag griffen die Proteste auch auf andere türkische Städte über. In Ankara verhinderte die Polizei am Samstag einen Protestzug zum Parlament und zum Büro des Ministerpräsidenten. Die Demonstrationen sind eine der größten Protestbewegungen gegen Erdogan, seit dieser 2002 an die Macht kam.

Erdogan kündigte an, den Tränengaseinsatz untersuchen zu lassen. Die Polizei habe aber das Recht, auf die Lage angemessen zu reagieren. Der Taksim-Platz dürfe nicht den Extremisten überlassen werden. Der Platz hat eine lange Tradition als Demonstrationsort. Zugleich bekräftigte Erdogan die Pläne zum Umbau des Taksim-Platzes. Für die Demonstranten seien sie nur ein Vorwand, Spannungen auszulösen, sagte der konservative Regierungschef und forderte ein Ende der Demonstrationen. "Wer Probleme mit der Politik der Regierung hat, kann sie im Rahmen der Gesetze und der Demokratie vortragen. Ich fordere das sofortige Ende dieser Aktionen." Allerdings gab es nahezu zeitgleich Aufrufe zu Protestkundgebungen in mehr als einem Dutzend türkischer Städte.

Solidaridätsdemonstration in Wien

Zehntausende waren es in Istanbul - immerhin 1.800 gingen auch in Wien auf die Straße, um so ihren Unmut mit der Politik der türkischen Regierung unter Premier Recep Tayyip Erdogan Ausdruck zu verleihen. Unter dem Motto "Halt durch Gezi-Park. Wien ist hinter dir" bewegte sich der Protestzug am Samstagnachmittag vom Karlsplatz zum Stadtpark. Die vorwiegend jungen Teilnehmer schwenkten türkische Fahnen. "Istanbul du bist nicht allein" stand auf einem großen Transparent.

"Stopp der Polizeigewalt" und "Mörder Erdogan" war auf anderen Plakaten zu lesen. Während es auf dem Taksim-Platz in Istanbul in der Nacht auf Samstag zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Ordnungskräften kam und die Polizei Tränengas einsetzte, blieb die Situation in Wien entspannt. "Total friedlich und ruhig," sei die Demonstration verlaufen, hieß es vonseiten der Wiener Polizei.

Auslöser der türkischen Proteste war die geplante Umgestaltung des Gezi-Parks im Istanbuler Stadtzentrum. Nach dem gewaltsamen Eingreifen der Polizei richtete sich der Widerstand jedoch schnell auch gegen die konservative Regierungspolitik unter Premier Erdogan.

Bisher 939 Festnahmen bei Anti-Regierungsprotesten

Seit Freitag früh demonstrieren Zehntausende gegen die Politik des konservativen türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan, nun lieferte sein Innenminister eine erste Bilanz der Proteste. 939 Personen seien bei 90 verschiedenen Demonstrationen festgenommen worden, sagte Muammer Guler am Samstagabend im staatlichen türkischen Fernsehen. Ein Teil von ihnen sei bereits wieder freigelassen worden. 79 Menschen wurden demnach verletzt.

Auslöser der landesweiten Proteste, war die geplante Verbauung des Gezi-Parks im Stadtzentrum von Istanbul. Die Demonstranten fürchteten um eine der wenigen Grünoasen der Stadt. Besonders nach dem gewaltsamen Vorgehen der Polizei gegen die Protestierenden Freitag in der Früh richtete sich der Widerstand jedoch vermehrt gegen die Politik der türkischen Regierung.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger
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Schau an, schau an....scheinbar ein aufmuepfiger Türke/Tuerkin ...ja gibts denn sowas ?? Schnell sei ruhig, sonst erzählt uns Strache wieder, dass ihr vor 400 Jahren vor Wien campiert habt...was aber andere Laender in den letzten 150 Jahren mit uns Österreichern und -innen gemacht haben, vergisst er allerdings immer!! Erinnere da nur an den 1. Weltkrieg... oder an Napoleon am Berg Isel in Tirol:)

Ignaz-Kutschnberger
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Mein Vater wurde von den Nazis verfolgt, mein Großvater wurde im 1. Weltkrieg in Serbien erschlagen und mein Ur-Großvater musste für den Franzosenkaiser gegen Russland in den Krieg ziehen ...soviel zum Lauf der Geschichte in den letzten 150 Jahren

008KAMILO melden

Wir gehen auf die Strasse und was mach ihr..................................
auf denn Kopf S................n lassen
Es währ einmal ein wunder wenn ihr auf die Strasse gehen würdet
ihr habt Angst aber wir nicht.................
wir wollen nur das die ganze Welt hört was wir für ein s.........................s Regierung wir haben wir TRAUEN UNS im Gegensatz zu EUCH

mfp7764 melden

Dann fahr nach hause ganz einfach,einer weniger in österreich ne gemeinde wohnung hat und nen bmw fährt.

Das was Wir wollen ist das die ganze Welt hört wie unser s............. Regim ist werdet endlich munter uns geht's Heute so morgen euch ..........aber ihr seid noch nicht munter geworden ........ ihr EU BEFÜWORTER..... mann macht ya eh mit euch was mann will................Nur GUTEN MORGEN Werdet endlich Munter.....Aber redet nicht über andere macht Lieber euren eigenen scheiß

schuldige hab ich vergessen dein nickname sagt eh alles aus

008KAMILO melden

Stop Du Nichts Nutzer wir sind keine Sozial Empfänger wie DU ,wir wollen nur das dieser Faschisten Regim aufhört , wenn Du s..........s kerl in der Türkei Urlaub machst willst Du auch deine ruhe haben oder willst Du das gleiche wie in IRAN na dannn mach dort URLAUB viel Spass.................. aber gib niemals vorurteile...............Du möchte gern ÖSTERREICHER

mfp7764 melden

Wenn ich in die türkei möchte dann muss ich nicht nach istanbul fahren,es genügt der reumannplatz im 10 bezirk,oder der ganze 16 bezirk der ja schon ein ghetto ist.

Ignaz-Kutschnberger
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was hat die Ottakringer Strossn mit der Türkei zu tun ...du Ausländer du... Balkan und Türkei sind 2 Paar Schuh!! Lern mal Geografie...

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

A Waunsinn sowas :) ...kennt nicht mal die Bezirkseinteilung der Bundeshauptstadt ...und sowas schimpft sich Österreicher/in.

mfp7764 melden

kopttuch bleibt kopftuch ob balkan oder türkei is wohl sch...egal oder? und gibts auf der ottakringer strossn noch ein echtes österreichisches geschäft ? glaube kaum oder?

"Europaweit kam es zu Solidaritätskundgebungen. Auch in Wien"
Die Pleitestadt Wien und ihre Sozialhilfeempfänger mischen sich auch hier ein. Köstlich!

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