Türkei will sich mit Armenien versöhnen:
Premier Erdogan bietet Armenien Dialog an

US-Kongress plant Resolution wegen Völkermords Türkei zog ihren Botschafter aus Washington ab

Der türkische Premier Erdogan hat angesichts des Streits über das Massaker an Armeniern zur Versöhnung aufgerufen. Man biete Armenien einen Dialog an, erklärte Erdogan. "Während wir uns darum bemühen, diese schmerzhafte Frage anzugehen und unsere Beziehungen zu Armenien entwickeln wollen, dürfen wir nicht in der Vergangenheit leben." Es sei aber an Armenien, den nächsten Schritt zu tun.

Die Türkei hat zuletzt ihren Botschafter aus den USA zurückgerufen, weil der US-Kongress in einer Resolution das Massaker als Völkermord anerkennen will. Zudem warnte das Land seine NATO- Partner vor einer Verschlechterung der Beziehungen, sollte die nicht- bindende Entschließung verabschiedet werden.

Die in die EU strebende Türkei weist die Darstellung vieler Historiker zurück, dass der Tod von 1,5 Millionen Armeniern einem Völkermord gleichkommt und dem damaligen Osmanischen Reich anzulasten ist. "Die Wahrheit ist, dass die armenischen Vorwürfe eines Genozids im Hinblick auf die Ereignisse von 1915 historisch oder juristisch nicht fundiert sind", schrieb Erdogan.

Die Türkei und Armenien unterhalten keine vollen diplomatischen Beziehungen, seit die Türkei 1993 ihre Grenzen zu der ehemals sowjetischen Republik schloss. Dies geschah aus Protest gegen die armenische Besetzung eines Gebiets innerhalb von Aserbaidschan, einem engen Verbündeten der Türkei.

(apa/red)