"Türk' und Jud', giftig's Blut": Neonazis
beschmieren KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Ähnlicher Vorfall bereits im Jänner 2009 gemeldet SPÖ fordert eingehende Überwachung der Szene

In der oberösterreichischen KZ-Gedenkstätte Mauthausen hat es erneut ein Neonazi-Schmieraktion gegeben. Darauf machte LH-Stellvertreter Josef Ackerl aufmerksam. "Türk' und Jud', giftig's Blut" malten die vorerst unbekannten Täter in großen Lettern auf die Außenmauer, berichtete Michael Tischlinger, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

"Türk' und Jud', giftig's Blut": Neonazis
beschmieren KZ-Gedenkstätte Mauthausen © Bild: APA/von Erichsen

Bereits Anfang vergangenen Jahres hatte es in der Gedenkstätte einen ähnlichen Vorfall gegeben, "Was unseren Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut, seid auf der Hut! 3. Weltkrieg - 8. Kreuzzug" war damals zu lesen. Die aktuelle Schmiererei sei an nahezu der gleichen Stelle angebracht worden, auch die Größe und die verwendete Farbe seien ähnlich, so Tischlinger. Es könnte sich um dieselben Täter handeln.

Keine Verdächtigen verhaftet
Nach der Tat im Vorjahr habe es mehrere Hinweise gegeben, Verdächtige seien aber nicht gefasst worden, berichtete Tischlinger. In einem deutschen Neonazi-Forum wurden damals weitere Anschläge angedroht, Bundespräsident Fischer verurteilte die Schmierereien.

SPÖ fordert flächendeckende Überwachung
Ackerl forderte, dass sich der Landessicherheitsrat mit den "zunehmend rechtsextremen Umtrieben" in Oberösterreich auseinandersetzen und Strategien zur Bekämpfung skizzieren soll. "Wie sich zeigt, sind wir in unserer Gesellschaft immer häufiger mit einer Absage an die Werte des Humanismus, der Toleranz und der Offenheit gegenüber anderen Kulturen konfrontiert." Eine stärkere und vor allem flächendeckende Kontrolle der rechtsextremen Szene durch die Polizei sei unbedingt notwendig, um weitere Provokationen und Verbrechen zu verhindern. "Wir brauchen eine Überwachung, die es auch ermöglicht, dass die Verantwortlichen auch zur Rechenschaft gezogen werden können", betonte der SPÖ-Landesparteichef.

(apa/red)