Tückische Volkskrankheit Depressionen: Wie sie entstehen und was man tun kann

Bis zu 450.000 Österreicher sind davon betroffen Zukunftsmusik: Forschung hofft auf die Gentherapie

Tückische Volkskrankheit Depressionen: Wie sie entstehen und was man tun kann

Anhaltende Traurigkeit, Antriebsschwäche und Schlafstörungen: Immer mehr Menschen leiden unter den Symptomen einer klassischen Depression. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 400.000 und 450.000 Österreicher betroffen sind. Die Weltgesundheitsorganisation geht sogar davon aus, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 nach Herz-Kreislauferkrankungen an zweiter Stelle der häufigsten Erkrankung stehen werden.

Es gibt verschiedene Formen von Depressionen. Ein Charakteristikum für die "Major Depression" ist beispielsweise die Dauer von mindestens zwei Wochen mit täglichen Symptomen, wie das Verlieren jeglicher Freude und Interesse an alltäglichen Aktivitäten, Antriebslosigkeit, Angstzustände oder der Verlust der Libido. Auch das Kompensieren der Frustration durch vermehrtes Essen oder auch völliger Appetitlosigkeit werden als Anzeichen gezählt. Experten gehen davon aus, dass jeder fünfte Mensch einmal im Leben an einer Depression erkrankt, die auch behandelt werden sollte.

Depressionsarten im Überblick
Unter "bipolarer Depression" versteht man den Wechsel zwischen Depression und manischen (überaktiven) Phasen. Bekannt ist auch die "Winterdepression", die bei den Betroffenen oft regelmäßig im Spätherbst einsetzt. Anfällige Menschen können auch mit Beginn des Frühjahrs in eine solche Krise geraten. Psychotherapie und echte Antidepressiva (keine Tranquilizer!) helfen vielen Patienten. Bei saisonal abhängigen Depressionen wirkt außerdem häufig eine Lichttherapie. Kurzfristige Traurigkeit ist dagegen keine "Depression" im medizinischen Sinn.

Ursachen für die Erkrankung
Stress, große Belastungen am Arbeitsplatz oder Einsamkeit: Die Ursachen für die Erkrankung sind vielfältig. Als auslösende Momente können oft bestimmte Lebensereignisse (Verlust des Arbeitsplatzes, Ende einer Beziehung, Tod eines geliebten Menschen oder eine Krankheit) verantwortlich sein. Forscher können allerdings ebenfalls belegen, dass objektiv feststellbare Veränderungen in der Balance von Nervenbotenstoffen im Gehirn für die Symptome verantwortlich sind - sprich, dass die Depressionen eine biologische Ursache haben.

Jugendliche mit guten Genesungschancen
Leiden Jugendliche an einer Depression, so hilft ihnen eine Kurzzeit-Therapie fast immer. Allerdings kehrt die Schwermut bei der Hälfte der Patienten binnen fünf Jahren wieder zurück. Rückfallgefährdet sind vor allem Mädchen.

Professionelle Hilfe
Obwohl die Zahl der psychischen Krankheiten jährlich steigt, ist das Stigmata, sich in eine adäquate Behandlung (etwa eine Gesprächstherapie und/oder medikamentöse Behandlungen) zu begeben, vielerorts noch groß. Depressionen sind besonders für Bewohner in ländlichen Gebieten gefährlich, weil Hilfe nur unzureichend vorhanden bzw. in Anspruch genommen wird. Eine Gentherapie könnte allerdings in der Zukunft die Behandlung schwerer Depressionen revolutionieren. US-Forscher haben nachgewiesen, dass das Protein p11 in einer bestimmten Hirnregion eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung krankhafter Schwermut spielt. Das Einbringen eines bestimmten Gens soll dafür sorgen, dass dieses Areal das wichtige Eiweiß verstärkt produziert.

(apa/red)

Kommentare

Depression! Ich liet zwar nicht unter einer Depression aber an einem Alkoholproblem! Also auf zum Therapeuten, keine Angst davor, der Mann/Frau will einem doch nur helfen!!!
Alles Gute und viel Erfolg!!!

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