Tsvangirai wird neuer Ministerpräsident:
Nach langwierigen & zähen Verhandlungen

Simbabwes Oppositonsführer wurde heute vereidigt Bildet Regierung der nationalen Einheit mit Mugabe

Tsvangirai wird neuer Ministerpräsident:
Nach langwierigen & zähen Verhandlungen © Bild: Reuters/Bulawayo

In Simbabwe ist der bisherige Oppositionsführer Morgan Tsvangirai zum neuen Ministerpräsidenten vereidigt worden. Mit der Amtseinführung soll eine Koalitionsregierung zwischen Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) und Präsident Robert Mugabes ZANU(PF) aus der Taufe gehoben werden. Nach jahrelangem Machtkampf soll nun ein Ausweg aus der Krise gefunden werden.

Tsvangirai steht einer Regierung der nationalen Einheit vor, an der neben seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) auch Mugabes ZANU-PF beteiligt ist. Die Koalition kam nach langwierigen Verhandlungen und unter Druck der Nachbarländer, insbesondere Südafrikas, zustande.

Die MDC stellt künftig 21 Minister, darunter in Schlüsselressorts wie Finanzen und Gesundheit. Das Polizeiministerium, dem wiederholt die Unterdrückung von Mugabes Gegnern vorgeworfen wurde, soll zwischen den beiden Parteien rotieren.

Präsident Mugabe versprach seinem langjährigen Rivalen für die Zukunft Zusammenarbeit. "Ich reiche die Hand zur Freundschaft und Kooperation", sagte Mugabe nach der Vereidigung Tsvangirais in Harare. "Wenn wir gestern Gegner waren (...) so halten wir heute zusammen. Das ist ein Sieg für Simbabwe", fuhr Mugabe fort.

Tsvangirai forderte in einer Rede vor Anhängern einen sofortigen Stopp der politischen Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in Simbabwe. Es dürfe keine Gewalt unter den Menschen in Simbabwe mehr geben, nur weil sie unterschiedlicher politischer Meinung seien. Tsvangirai versprach, sich sofort für die Freilassung von politischen Gefangenen einzusetzen.

Tsvangirai sagte, er sei sich bewusst, dass viele dem Abkommen zur Machtteilung skeptisch gegenüber stünden. "Aber es ist die einzige Vereinbarung, die wir haben", sagte der 56-Jährige. Seine Landsleute bat er, "geduldig zu sein und uns Zeit zu geben".

(apa/red)