Tschechiens Premier legt sich mit China an:
Tibet-Fahne am Sakko erzürnt die Chinesen

Tschechiens Botschafter ins Außenministerium zitiert Wird er die Fahne auch beim Olympia-Besuch tragen?

Tschechiens Premier legt sich mit China an:
Tibet-Fahne am Sakko erzürnt die Chinesen © Bild: Reuters/Cerny

Der tschechische Premier Mirek Topolanek hat für diplomatische Spannungen zwischen seinem Land und China gesorgt. Als er bekanntgab, dass er die Olympische Spiele in China doch besuchen werde, nicht aber die Eröffnungs-Zeremonie am 8. August, trug er die Tibet-Fahne auf seinem Sakko. Die Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" berichtete, dass die Volksrepublik nun protestierte.

Der tschechische Botschafter in Peking wurde in das chinesische Außenministerium zitiert. Eine Erklärung sei von ihm gefordert worden, ob die Tibet-Fahne Topolaneks eine "Wende" in der tschechischen Außenpolitik bedeute. Außerdem habe sich die chinesische Botschafterin in Prag im tschechischen Außenministerium beschwert, schrieb das Blatt unter Berufung auf nicht genannte diplomatische Quellen.

Die Zeitung kommentierte das Vorgehen des Regierungschefs, er habe damit das chinesische Regime am empfindlichsten Punkt getroffen. Keiner der europäischen Spitzenpolitiker habe Tibet so offen die Unterstützung "ausgesprochen".

Die Chinesen befürchten nun laut dem Blatt, dass Topolanek die Tibet-Fahne auch im Laufe seines Besuches der Olympischen Spiele, der am 13. August beginnen und etwa drei Tage dauern soll, tragen könnte. "Das wäre eine heikle Situation", zitierte die Zeitung einen Diplomaten. Schon jetzt sei es aber offensichtlich, dass Topolanek in Peking keine Gelegenheit bekommen werde, mit einem hochrangigen chinesischen Politiker zusammenzutreffen.

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(apa/red)