Tschechien storniert Steyr-Großauftrag:
Dritte Niederlage gegen finnische "Patria"

800 Mio. Euro für 199 Panzer sind verlorengegangen Verkauf von 130 Fahrzeuge in Mazedonien gefährdet

Tschechien storniert Steyr-Großauftrag:
Dritte Niederlage gegen finnische "Patria"

Als die in Wien-Simmering ansässige Steyr- Daimler-Puch Spezialfahrzeuge am 9. Juni 2006 den Vertrag zur Lieferung von 234 "Pandur II"-Radpanzern um rund 800 Mio. Euro an die tschechische Armee nach monatelangem Tauziehen in der Tasche hatte, schien der Triumph über den finnischen Erzrivalen Patria perfekt. Nun sieht es für Steyr nach der dritten Niederlage in Serie gegen "Angstgegner" Patria aus.

Bereits im Sommer 2006 hatte Steyr SSF bei der Ausschreibung um einen Großauftrag der slowenischen Armee gegen Patria den Kürzeren gezogen. Dabei ging es um ein Auftragsvolumen von rund 263 Mio. Euro. Nun werden die Finnen und nicht Steyr insgesamt 136 Panzerfahrzeuge liefern. Das slowenische Unternehmen Sistemska tehnika, an der die SSF 17,5 Prozent Anteile hält, kündigte daraufhin den Abbau von einem Fünftel ihrer 325 Mitarbeiter sowie die Umstellung auf die Produktion ziviler Produkte an. Die Produktion des Steyr-Panzers "Pandur 8x8" - der in Slowenien den Namen "Krpan" trägt - wurde eingestellt.

Anfang August 2007 setzte es den nächsten Schlag für Steyr SSF, eine 100-Prozent-Tochter des US-Rüstungskonzerns General Dynamics. Die kroatische Regierung beschloss am 2. August, 84 Radpanzer von Patria zu kaufen. Das Angebot der Finnen war um 42 Mio. Euro günstiger als jenes von SSF. Vergleicht man das Komplettangebot, sei Patria sogar um 57,5 Mio. Euro günstiger, hieß es aus Zagreb.

Auch die mazedonische Regierung hatte bereits Anfang 2006 angekündigt, 130 gepanzerte Truppentransporter zu beschaffen. Um sich das aufwändige Auswahlverfahren zu ersparen, wollte sich die Regierung in Skopje an der Entscheidung in Zagreb orientieren - auch hier könnte also bereits eine Vorentscheidung gegen den "Pandur II" von Steyr gefallen sein. Nach Auskunft von Steyr ist der Beschaffungsvorgang in Mazedonien jedoch noch nicht im Laufen, die Chancen sind also noch intakt. (apa/red)