Tschechen setzen auf ihr Abwehr-Bollwerk:
Catenaccio Erfolgsrezept gegen Portugiesen

Abwehrkette Tschechiens mit viel Italien-Erfahrung Goldtorschütze Sverkos erneut nur als Joker geplant

Tschechen setzen auf ihr Abwehr-Bollwerk:
Catenaccio Erfolgsrezept gegen Portugiesen © Bild: Reuters/Josek

Das erste EM-Spiel der Gruppe A haben die Tschechen gegen Gastgeber Schweiz glücklich mit 1:0 überstanden, in Genf wartet heute aber mit Portugal einer der Mitfavoriten auf den Titel. Die Marschrichtung, um gegen die Portugiesen um Superstar Cristiano Ronaldo zu bestehen, hat Tschechiens Teamchef Karel Brückner schon im Kopf. Er vertraut weiterhin auf seine aus der Serie A geprägte Vierer-Abwehrkette und auf Jaroslav Plasil. Tschechien zeigte zwar Respekt, aber keine Angst vor Portugal.

"Die Grundaufstellung wird sich kaum ändern", sagte Brückner. Doch der 68-jährige Trainer-Guru fordert, dass sich das Spiel seiner Mannschaft entscheidend von jenem gegen die Schweiz unterscheidet: "Die Leistung muss klar besser werden. Besonders das Spiel nach vorne." Besonders kritisierte Brückner das Umschalten von Abwehr- auf Offensiv-Verhalten im Mittelfeld. "Das hat mir nicht gefallen", ärgerte sich der Teamchef.

Brückner setzt auf Italien-Erfahrung seiner Abwehr
Auf der anderen Seite war Brückner voll des Lobes für seine Verteidigungslinie: "Die Vier waren perfekt, fast ohne Fehler. Sie verstehen sich eben gut." Zwar steht hinter der Viererkette England-Legionär Petr Cech, doch vor dem Kultgoalie von Chelsea agieren mit Zdenek Grygera (Juventus Turin), Tomas Ujfalusi (zuletzt Fiorentina, will nach Spanien), David Rozehnal (Lazio Rom) und Marek Jankulovski (AC Milan) vier Serie-A-Legionäre.

Eine eingeschworene Abräumer-Truppe, die im Training selbst die Mannschaftskollegen vor schwierige Aufgaben stellt. Beim tschechischen "Pago" geben die vier Verteidiger untereinander nur Kommandos auf Italienisch. "Wir sind über zehn Monate im Jahr in Italien, da geht einem das ins Blut über", erklärte Teamkapitän Ujfalusi. "Aber während eines Länderspiels unterhalten wir uns selbstverständlich auf Tschechisch."

Plasil soll Ronaldo in die Schranken weisen
Neben dem tschechischen Prunkstück im Defensivbereich wird Plasil von Osasuna im Mittelpunkt stehen. Der Spanien-Legionär soll EM-Star Ronaldo in die Schranken weisen. "Aber nicht nur ich, die ganze Mannschaft ist gefordert", erklärte Plasil. "Portugal hat eine sehr hohe Qualität, ist stark im 1:1-Spiel und besonders im Angriff. Diese Schlüsselpunkte müssen wir in den Griff bekommen."

Der 26-jährige Mittelfeldspieler erwartet sich eine extrem offensive portugiesische Mannschaft. "Da muss eben unsere Abwehr zu 100 Prozent funktionieren", erklärte Plasil, dessen Ehefrau Brasilianerin ist. "Aber das ist kein Thema. Sie ist zu 100 Prozent Tschechien-Fan."

"Taktisches Geplänkel wird es nicht geben"
Sowohl Tschechien als auch Portugal haben ihr Auftaktspiel in Gruppe A gewonnen, ein Unentschieden könnte beiden Mannschaften schon zum vorzeitigen Aufstieg ins Viertelfinale genügen. "Taktisches Geplänkel wird es trotzdem nicht geben. Ich gehe davon aus, dass beide Teams auf Sieg spielen werden", prophezeite Plasil und gab sich selbstbewusst: "Wir wollen gewinnen und Portugal schlagen."

Gegen Ronaldo und Co. kann Karel Brückner - wie schon im ersten Spiel - fast auf seine komplette Mannschaft zurückgreifen. Zdenek Pospech (zuletzt Grippe) flog zwar mit in die Schweiz, ist aber noch nicht fit. Vaclav Sverkos, Goldtorschütze vom Samstag, ist wieder nur Edeljoker. Der Ex-Austrianer nahm es aber mit Humor: "Wenn ich wieder eingewechselt werde, und mir wieder das Siegestor gelingt - besser könnte es nicht gehen."

Mögliche Aufstellung Portugal - Tschechien:
(Genf, Stade de Geneve, 18.00 Uhr/live auf news.at, Schiedsrichter Kyros Vassaras/GRE).

Portugal: 1 Ricardo - 4 Bosingwa, 15 Pepe, 16 Ricardo Carvalho, 2 Paulo Ferreira - 8 Petit, 20 Deco, 10 Joao Moutinho - 7 Cristiano Ronaldo, 21 Nuno Gomes, 11 Simao

Ersatz: 12 Quim, 22 Rui Patricio - 3 Bruno Alves, 5 Fernando Meira, 6 Raul Meireles, 9 Hugo Almeida, 13 Miguel, 14 Jorge Ribeiro, 17 Ricardo Quaresma, 18 Miguel Veloso, 19 Nani, 23 Helder Postiga

Keine Ausfälle

Tschechien: 1 Cech - 2 Grygera, 21 Ujfalusi, 22 Rozehnal, 6 Jankulovski - 14 Jarolim, 4 Galasek, 3 Polak - 7 Sionko, 20 Plasil - 9 Koller

Ersatz: 16 Blazek, 23 Zitka - 5 Kovac, 13 Kadlec, 18 Sivok, 15 Baros, 11 Vlcek, 17 Matejovsky, 19 Skacel, 8 Fenin, 10 Sverkos

Es fehlt: 12 Pospech (rekonvaleszent nach Grippe)

(apa/red)

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